Hitzebelastung: Jeder Dritte leidet gesundheitlich unter Extremtemperaturen
Veröffentlicht am: 15.07.2026 um 05:20 Uhr | Redaktion boerse-global.deUnter dem Motto âSaunieren statt Studierenâ haben Studierende der HTW SaarbrĂŒcken am Dienstag gegen die Hitzebelastung in den LehrgebĂ€uden protestiert. Mit BademĂ€nteln und einer temporĂ€ren AuĂensauna machten sie auf die unertrĂ€glichen Lernbedingungen aufmerksam.
AStA-Referentin Ronja Wachall stellte klar: âHitzeschutz ist keine Komfortfrage, sondern Grundvoraussetzung fĂŒr erfolgreiches Lernen.â Die Klimakrise sei lĂ€ngst auf dem Campus angekommen. Die Forderungen der Studierenden: freier Zugang zu klimatisierten RĂ€umen, Trinkwasserspender, mehr Ventilatoren und SchattenplĂ€tze. Langfristig fordern sie einen Hitzeschutzplan mit entsiegelten FlĂ€chen und mehr BegrĂŒnung.
Hochschulleitung reagiert mit Ventilatoren und Homeoffice
HTW-PrĂ€sident Dieter Leonhard signalisierte UnterstĂŒtzung. âIn der Sache gibt es keinen Dissensâ, sagte er. Die Hochschule stellt knapp 100 Standventilatoren bereit, weitet Homeoffice- und Online-Lehrangebote aus. Zudem prĂŒft sie die Einrichtung spezieller KĂŒhlinseln.
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Parallel dazu mahnen Gewerkschaften den Schutz von AuĂenbeschĂ€ftigten an. Die IG BAU erinnert Arbeitgeber im Baugewerbe und in der Landwirtschaft an die WSS-Regel: Wasser, Sonnencreme, Schatten. Ihre Empfehlung: tĂ€glich drei bis fĂŒnf Liter FlĂŒssigkeit, alle 15 bis 20 Minuten ein Glas Wasser, Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 50, alle zwei Stunden neu auftragen. In Mecklenburg fordert die Gewerkschaft eine âGetrĂ€nke-Flatrateâ fĂŒr alle, die im Freien arbeiten.
Jeder Dritte leidet gesundheitlich unter Hitze
Eine DAK-Forsa-Umfrage vom Montag untermauert die Dringlichkeit. Demnach hat bereits jeder dritte Mensch in Deutschland gesundheitliche Probleme durch Hitze erlebt. Besonders betroffen sind Frauen mit 40 Prozent, bei MĂ€nnern sind es 21 Prozent.
Die hĂ€ufigsten Symptome: MĂŒdigkeit (71 Prozent), Schlafprobleme (68 Prozent), Kreislaufbeschwerden (64 Prozent) und Kopfschmerzen (52 Prozent). Drei Viertel der Befragten bewerten die bisherigen HitzeschutzmaĂnahmen als unzureichend.
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Auch Eltern fordern Schutz fĂŒr SchĂŒler
In Bietigheim-Bissingen wandten sich Elternvertreter am Dienstag mit einem Brief an die Stadtverwaltung. Sie fordern Ventilatoren, Wasserspender und angepasste StundenplÀne. Die Stadt verweist auf finanzielle Grenzen und eine bestehende Hitzeschutzkommission.
Daten des neuen Stadtklimadashboards fĂŒr das Saarland zeigen die infrastrukturellen Probleme. WĂ€hrend in Saarlouis die meisten Menschen Zugang zu GrĂŒnflĂ€chen haben, klaffen in Schmelz oder Lebach LĂŒcken. Besonders kritisch: die FlĂ€chenversiegelung. In Dillingen liegt sie bei 80,5 Prozent, in Saarlouis bei 76,5 Prozent. Die Architektenkammer des Saarlandes fordert daher schnellere MaĂnahmen â etwa Wassernebelanlagen, wie sie bereits am Gutenbergplatz in Saarlouis eingesetzt werden.
