Hitzeschutz, PlÀne

Hitzeschutz 2026: Neue PlĂ€ne fĂŒr Millionen BeschĂ€ftigte im Freien

17.06.2026 - 21:31:46 | boerse-global.de

Deutschland erlÀsst erste Hitzewarnung des Jahres. Neue HitzeschutzplÀne und erweiterte Berufskrankheitenliste treten in Kraft.

Hitzewelle 2026: Neue Arbeitsschutzregeln fĂŒr BeschĂ€ftigte im Freien
Hitzeschutz - Bauarbeiter arbeitet unter sengender Sonne auf einer Baustelle, mit Hitzeschleier in der Ferne, der extreme Hitze darstellt. 17.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Der Deutsche Wetterdienst gab sie am heutigen Mittwoch fĂŒr NRW, Hessen und Baden-WĂŒrttemberg heraus. FĂŒr viele BeschĂ€ftigte im Freien wird es jetzt ungemĂŒtlich – doch der Gesetzgeber hat vorgesorgt.

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Strengere Regeln seit Jahresbeginn

Seit dem 1. Januar 2026 mĂŒssen Unternehmen konkrete HitzeschutzplĂ€ne vorhalten. Dazu gehören Trinkwasserbereitstellung, Beschattung von ArbeitsplĂ€tzen und organisatorische Anpassungen. FĂŒr Branchen, die ĂŒber die Bauarbeiter-Urlaubs- und Abfertigungskasse (BUAK) organisiert sind, gilt bereits „Hitzefrei“ ab 32,5 Grad. Die Betriebe zahlen dann 60 Prozent des Lohns fort – und bekommen das Geld rĂŒckvergĂŒtet. Die Gewerkschaften fordern jetzt: Dieses Recht soll fĂŒr alle BeschĂ€ftigten im Freien gelten.

Die Dringlichkeit zeigt sich in den Zahlen. Die ArbeitsunfĂ€higkeitstage durch Hitze erreichten zuletzt einen Rekordwert von ĂŒber 90.000 Tagen. Experten warnen zudem vor zunehmenden Hautkrebserkrankungen und Herz-Kreislauf-Belastungen. Das Robert-Koch-Institut schĂ€tzt die Zahl der hitzebedingten SterbefĂ€lle im Jahr 2025 auf 2.500 bis 2.600 Personen – besonders betroffen: Menschen ĂŒber 85 Jahre.

Neue Berufskrankheit: Parkinson durch Pestizide

Doch nicht nur die Hitze macht den Arbeitnehmern zu schaffen. Das Bundeskabinett beschloss am 27. Mai die Aufnahme von Parkinson durch langjĂ€hrigen Pestizideinsatz in die Liste der Berufskrankheiten. Betroffen sind vor allem BeschĂ€ftigte in der Land- und Forstwirtschaft sowie im Gartenbau. Der Bund stellt fĂŒr 2025 und 2026 insgesamt 20 Millionen Euro zur UnterstĂŒtzung der landwirtschaftlichen Sozialversicherung bereit.

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Parallel dazu wĂ€chst die Erkenntnis: Arbeitsschutz wird immer komplexer. Am 11. Juni unterzeichneten der VDSI und die Kooperation „die arbeitsmedizin“ die „Berliner ErklĂ€rung zur interdisziplinĂ€ren PrĂ€vention“. Ziel ist eine engere Verzahnung von Arbeitsmedizin und Arbeitssicherheit. Ein Beispiel: Photovoltaikanlagen und WĂ€rmepumpen machen GebĂ€ude komplexer. Bei Extremwetter wie Hagel oder Sturzfluten steigen die SachschĂ€den – 2024 summierten sie sich auf 5,6 Milliarden Euro.

Weniger BĂŒrokratie, mehr FlexibilitĂ€t

Seit dem 1. Januar gelten zudem Änderungen in der DGUV Vorschrift 2. Der Schwellenwert fĂŒr die vereinfachte sicherheitstechnische Betreuung stieg von 10 auf 20 BeschĂ€ftigte. Außerdem ist jetzt eine teilweise digitale Betreuung via Telefon oder Online-Zuschaltung erlaubt – vorausgesetzt, es gab vorher eine physische Betriebsbegehung. Der digitale Anteil darf aber maximal ein Drittel der Betreuungsstunden ausmachen.

Auch die Qualifikationsanforderungen wurden gelockert. Neben Ingenieuren können nun Personen mit AbschlĂŒssen in Physik, Chemie, Biologie oder Psychologie als FachkrĂ€fte fĂŒr Arbeitssicherheit arbeiten. Und wer die lokale Hitzesituation besser verstehen will: Das im Juni vorgestellte Stadtklimadashboard liefert Kommunen und Unternehmen Daten zu kĂŒhlenden GrĂŒnflĂ€chen und versickerungsfĂ€higen FlĂ€chen im urbanen Raum. Damit lassen sich gezielt Schutzkonzepte entwickeln.

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