Hitzeschutz, Arbeitsplatz

Hitzeschutz am Arbeitsplatz: EU plant verbindliche Regeln ab 30 Grad

30.06.2026 - 23:34:57 | boerse-global.de

Der Europäische Gewerkschaftsbund drängt auf gesetzliche Hitzeschutzvorgaben für Beschäftigte, in Anlehnung an Regeln aus dem Profisport.

EU-Gewerkschaftsbund fordert verbindliche Hitzeschutzregeln für alle
Hitzeschutz - Digitales Thermometer zeigt hohe Temperatur an, mit einer verschwommenen Person, die im Hintergrund an einem heißen Arbeitsplatz arbeitet. 30.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Sobald Temperaturen kritische Grenzwerte erreichen, sollen bezahlte Pausen zur Abkühlung Pflicht werden. Vorbild sind Regelungen aus dem Profisport.

Wenn die Arbeit zur Qual wird

Steigt die Außentemperatur über 30 Grad, erhöht sich das Unfallrisiko am Arbeitsplatz massiv. Aktuell schreiben die technischen Regeln für Arbeitsstätten eine Begrenzung der Raumtemperatur auf maximal 26 Grad vor. Ab 30 Grad müssen Arbeitgeber bereits Schutzmaßnahmen ergreifen: Getränke bereitstellen, Lüftungskonzepte umsetzen oder Sonnenschutz installieren.

Bei 35 Grad gilt ein Raum ohne zusätzliche Vorkehrungen als ungeeignet für dauerhafte Arbeit. Die Gewerkschaften wollen diese Schutzrechte nun im geplanten „Quality Jobs Act“ der EU verbindlich verankern.

Wer zahlt für den Hitzeschutz?

Die Bundesregierung sieht die Verantwortung vor allem bei Ländern und Kommunen. Umweltminister Carsten Schneider verweist auf ein Sonderprogramm von 100 Milliarden Euro für Infrastruktur. Weitere 29 Milliarden stehen speziell für die Modernisierung von Krankenhäusern bereit – auch für Hitzeschutzmaßnahmen.

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Opposition und Teile der Koalition fordern dagegen ein Sofortprogramm. Krankenhäuser, Pflegeheime, Kitas und Schulen bräuchten Photovoltaik-gestützte Kühlsysteme. Auch die Begrünung von Städten müsse vorangetrieben werden.

Die Gebäude werden langsam kühler

Die Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen eine schleppende Entwicklung: 2025 hatten 4,3 Prozent der neuen Wohngebäude eine Kühlanlage – 2015 waren es nur 1,9 Prozent. Bei Bürogebäuden stieg die Quote von 30,9 auf 37,8 Prozent. Im Gesundheitswesen kletterte der Anteil klimatisierter Neubauten von 24,8 auf 34,4 Prozent.

Hitzewellen kosten Milliarden

Allianz Trade schätzt die wirtschaftlichen Verluste durch Hitzewellen von 2026 bis 2030 auf bis zu 131 Milliarden US-Dollar. Die aktuelle Lage belastet die Infrastruktur bereits massiv: In Hessen wurden 41,3 Grad gemessen. Die Rettungsdienste verzeichneten zeitweise 50 Prozent mehr Notrufe. Auf Autobahnen führte sich ausdehnender Beton zu Straßenschäden.

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