NachbarlÀnder, Deutschland

NachbarlÀnder hÀngen Deutschland beim Einbau von Green-Tech-Heizungen ab

04.12.2023 - 10:01:12

Holzminden - Beim Wettlauf um klimafreundliches Heizen in Europa wird Deutschland von seinen Nachbarn abgehĂ€ngt: Die Bundesrepublik liegt bei den Absatzzahlen von WĂ€rmepumpen pro 1.000 Haushalte mit nur rund 7 GerĂ€ten auf dem drittletzten Platz. Das zeigt die Statistik der European Heat Pump Association (EHPA). In Finnland haben 69, in Norwegen rund 60 und in Schweden 39 von 1.000 Haushalten 2022 eine WĂ€rmepumpe eingebaut. Die rote Laterne trĂ€gt Großbritannien (2 Einheiten), Vorletzter ist Ungarn (4 Einheiten).

"In den skandinavischen LĂ€ndern unterstĂŒtzt die Politik den Einsatz erneuerbarer Heiztechnik seit Jahren konsequent", sagt Dr. Kai Schiefelbein, GeschĂ€ftsfĂŒhrer von Stiebel Eltron. "Das gĂŒnstige VerhĂ€ltnis vom Strom- zum Gaspreis ist dabei ein wichtiger Erfolgsfaktor, der die WĂ€rmepumpenheizungen fĂŒr die Verbraucher attraktiv macht."

Deutschland modernisiert Heizungskeller

In Deutschland boomt zwar der Gesamtmarkt fĂŒr Heizungen - von Januar bis September entschieden sich mehr als eine Million Haushalte fĂŒr eine Modernisierung. Der Einbau von WĂ€rmepumpen hinkt aber im Vergleich zu fossilen GerĂ€ten hinterher. Aufgrund der langen Debatte um das Heizungsgesetz wollten offenbar viele EigentĂŒmer den neuen gesetzlichen Anforderungen an den Klimaschutz zuvorkommen. In der Folge installierten bis September 625.000 Haushalte ein gasbasiertes GerĂ€t - ein Plus von 38 Prozent zum Vorjahr. "Eine fatale Entwicklung, wenn man bedenkt, dass diese fossilen WĂ€rmeerzeuger nun voraussichtlich die nĂ€chsten 15 bis 25 Jahre in Betrieb sind - nicht nur fĂŒr die deutschen Klimaziele, sondern auch fĂŒr die Endverbraucher, die kĂŒnftig mit hohen Gaspreisen rechnen mĂŒssen", prognostiziert Dr. Schiefelbein.

WĂ€rmepumpen-Absatz steigt

Mit plus 86 Prozent ist der Anstieg bei umweltfreundlicher WĂ€rmepumpentechnik zwar ebenfalls sehr dynamisch gestiegen (Absatz Januar bis September 2023: 295.000 StĂŒck). Im Detail zeigt sich allerdings: Die FörderantrĂ€ge der HauseigentĂŒmer sind seit Monaten rĂŒcklĂ€ufig und in den ersten acht Monaten 2023 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um gut 70 Prozent eingebrochen.

Ausblick: Heizungsmarkt 2024

"Der Heizungsmarkt in Deutschland dĂŒrfte sich insgesamt im kommenden Jahr normalisieren", sagt Dr. Schiefelbein. "Der WĂ€rmepumpenmarkt wird bei dieser Entwicklung 2024 im Vergleich zu diesem Jahr ungefĂ€hr um ein Drittel schrumpfen, so unsere Prognose. Hinweise darauf sehen wir heute schon bei den Handwerkern, bei denen der enorme Auftragsbestand von fast einem Jahr auf zwei bis drei Monate gesunken ist."

Ziel: Bis 2045 klimaneutrale GebÀude

FĂŒr das Ziel, die WĂ€rmewende in den GebĂ€uden des Landes bis zum Jahr 2045 zu vollziehen, braucht es mehr Tempo. Im Neubau ist die WĂ€rmepumpe zwar bereits die Standardheizung, aber in den Bestandsbauten bleibt der Nachholbedarf riesig: Von den 21,6 Millionen WĂ€rmeerzeugern in Deutschland werden nach BDH-SchĂ€tzung noch mehr als 14 Millionen mit Gas und gut 5 Millionen mit Öl betrieben. Knapp die HĂ€lfte dieser Anlagen ist als "unzureichend effizient" eingestuft. Nur 23 Prozent sind effizient und nutzen gleichzeitig erneuerbare Energie.

"Die europĂ€ischen Nachbarn machen es vor: Es gilt jetzt, den von der Politik eingeschlagenen Weg konsequent fortzufĂŒhren und die Rahmenbedingungen fĂŒr eine erfolgreiche WĂ€rmewende bis 2045 weiter auszugestalten", so Dr. Schiefelbein

Der Bundesverband WĂ€rmepumpe (BWP) und der Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) fordern die Regierungsfraktionen auf, kurzfristig fĂŒr eine Entlastung beim Strompreis zu sorgen, um das von der Bundesregierung gesteckte Ziel von 500.000 WĂ€rmepumpen pro Jahr ab 2024 zu erreichen.

Über STIEBEL ELTRON

Stiebel Eltron, gegrĂŒndet 1924, gehört mit einem Jahresumsatz von ĂŒber einer Milliarde Euro zu den fĂŒhrenden Unternehmen auf dem Markt der Erneuerbaren Energien, WĂ€rme- und Haustechnik.

Als innovationsgetriebenes Familienunternehmen verfolgt Stiebel Eltron bei der Produktion und Entwicklung von Produkten eine klare Linie - fĂŒr eine umweltschonende, effiziente und komfortable Haustechnik. Mit rund 5.500 Mitarbeitern weltweit setzt das Unternehmen von der Produktentwicklung bis zur Fertigung konsequent auf eigenes Know-how. Das Resultat sind effiziente und innovative Lösungen fĂŒr Warmwasser, WĂ€rme, LĂŒftung und KĂŒhlung. Stiebel Eltron produziert am Hauptstandort im niedersĂ€chsischen Holzminden, in Hameln (NDS), in Freudenberg (NRW) und in Eschwege (Hessen) sowie an fĂŒnf weiteren Standorten im Ausland (Arvika/Schweden, Tianjin/China, Ayutthaya/Thailand, Poprad/Slowakei, West Hatfield, Massachusetts /USA).

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