IAB, BeschÀftigung

IAB: BeschÀftigung sinkt in weiten Teilen Deutschlands

Veröffentlicht am: 09.10.2026 um 11:37 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Der bereits im laufenden Jahr eingeleitete Schrumpfungsprozess der BeschĂ€ftigung in weiten Teilen Deutschlands geht im nĂ€chsten Jahr einer Prognose des NĂŒrnberger Instituts fĂŒr Arbeitsmarkt- und Berufsforschung zufolge weiter.

Nur in den drei BundeslĂ€ndern Berlin (+0,7 Prozent), Brandenburg und Niedersachsen (jeweils +0,1 Prozent) wĂŒrden noch leichte BeschĂ€ftigungszuwĂ€chse erwartet.

Demografische Effekte

In allen anderen LĂ€ndern geht es der Regionalprognose bei der BeschĂ€ftigung abwĂ€rts - vor allem wegen demografischer Effekte. Es stehen dem Arbeitsmarkt nicht mehr so viele Menschen zur VerfĂŒgung, weil geburtenstarke JahrgĂ€nge in Rente gehen und weniger Menschen aus dem Ausland nach Deutschland kommen. Die stĂ€rksten BeschĂ€ftigungsverluste werden der IAB-Prognose zufolge das Saarland mit 1,3 Prozent, ThĂŒringen mit 0,7 Prozent sowie Bremen und Sachsen-Anhalt mit jeweils 0,6 Prozent verzeichnen.

Gleichzeitig wird allerdings auch die Arbeitslosigkeit vielerorts zurĂŒckgehen - am stĂ€rksten in Mecklenburg-Vorpommern mit 3,9 Prozent und in ThĂŒringen mit 1,8 Prozent, heißt es in der Prognose weiter. Ein Grund zum Jubeln ist das fĂŒr die Arbeitsmarktforscher allerdings nicht. "Trotz verbesserter Konjunkturaussichten zeigt sich auf den regionalen ArbeitsmĂ€rkten noch keine generelle Trendwende", sagte IAB-Forscherin Anja Rossen.

Industriestandorte betroffen

UngĂŒnstig entwickele sich die Situation vor allem dort, wo der Arbeitsmarkt stark von der Industrie geprĂ€gt sei. Das verarbeitende Gewerbe kĂ€mpfe mit gravierenden strukturellen Problemen. Die höchste Arbeitslosigkeit unter den BundeslĂ€ndern wird gegenwĂ€rtig mit 11,3 Prozent in Bremen verzeichnet, die niedrigste mit 4,1 Prozent in Bayern.

Die Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur fĂŒr Arbeit, Andrea Nahles, hatte kĂŒrzlich erklĂ€rt, der Arbeitsmarkt reagiere auf konjunkturelle VerĂ€nderung grundsĂ€tzlich trĂ€ge. Es vergehe Zeit, bis eine KonjunkturschwĂ€che auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar sei - umgekehrt dauere es auch eine Weile, bis nach dem Anziehen der Konjunktur der Arbeitsmarkt reagiere.

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