Ifo: GeschÀftsklima in Chemiebranche hellt sich deutlich auf
Veröffentlicht am: 02.10.2026 um 09:05 Uhr | dpa, AD HOC NEWSIm September stieg das Ifo-GeschĂ€ftsklima fĂŒr die Branche zum zweiten Mal in Folge und verbesserte sich deutlich auf plus 5,5 Punkte, nach minus 2,6 Punkten im August, wie das Institut in MĂŒnchen mitteilte.
Die Unternehmen in der drittgröĂten deutschen Industriebranche nach dem Auto- und Maschinenbau schĂ€tzten ihre GeschĂ€ftslage mit plus 8,8 Punkten erneut positiv ein. Auch die GeschĂ€ftserwartungen hellten sich spĂŒrbar auf: von minus 15,0 auf plus 2,3 Punkte. "Kunden im In- und Ausland stocken ihre Lager weiter auf und nehmen dafĂŒr höhere Preise in Kauf", sagte Ifo-Branchenexpertin Anna Wolf.
Getragen wird die Erholung laut Ifo von den Exporten und AuftrĂ€gen aus dem verarbeitenden Gewerbe. Auch die höheren Staatsausgaben fĂŒr Verteidigung und Infrastruktur stĂŒtzen ĂŒber die VorleistungskĂ€ufe die Chemie.
Chemiebranche profitiert vom Iran-Krieg
Der Auftragsbestand werde aber weiter als sehr niedrig eingeschÀtzt und angesichts hoher Kosten bleibe die Ertragslage angespannt. "Die Erholung ist fragil, da die verbesserte preisliche WettbewerbsfÀhigkeit auf temporÀren Faktoren, darunter ProduktionsausfÀllen und Lieferkettenstörungen in der Golfregion, beruht", sagte Wolf. "Die Standortnachteile bleiben, der Stellenabbau geht weiter."
Die Chemieindustrie hat in den vergangenen Monaten vom Iran-Krieg profitiert: Mit dem Konflikt kam es zu LieferausfÀllen aus dem Nahen Osten und dem besonders betroffenen Asien. So verlagerte sich die Nachfrage nach Chemie-Produkten zu deutschen und europÀischen Herstellern, die teils die Preise erhöhen konnten. Konzerne wie BASF DE000BASF111 und Evonik DE000EVNK013 hoben ihre Gewinnprognosen an. Der Branchenverband VCI sieht aber noch keine nachhaltige Erholung.
