Ifo-Index Mai: GeschÀftslage auf Tiefstand bei minus 29,3 Punkten
16.06.2026 - 02:18:43 | boerse-global.de
Im Vormonat lag der Wert noch bei minus 28,2 Punkten. Experten sprechen von einer anhaltenden Unsicherheit, die die Branche belastet.
Der Anteil der Unternehmen mit Auftragsmangel ging leicht von 43,8 auf 42,2 Prozent zurĂŒck. Gleichzeitig stieg die Stornierungsquote auf 11,7 Prozent. Als Ursache gilt unter anderem der Krieg im Iran. Rund 9,7 Prozent der Betriebe leiden zudem unter MaterialengpĂ€ssen.
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EU-Kommission fordert Reformen
Die EU-Kommission drĂ€ngt auf strukturelle Ănderungen. Die Investitionen im deutschen Wohnungsbau sind 2025 das f?nfste Jahr in Folge gesunken. Seit 2020 betrĂ€gt der GesamtrĂŒckgang rund 20 Prozent.
BrĂŒssel kritisiert bestehende Mietregulierungen. Die Behörden empfehlen eine Vereinfachung der Verwaltung und schnellere Verfahren durch digitale Dienste. Zudem sollen Baukosten sinken â etwa durch den sogenannten GebĂ€udetyp E, der einfacheres und gĂŒnstigeres Bauen ermöglicht.
Auch der Bundesverband Bauwirtschaft fordert mehr Förderung und niedrigere Baustandards. Nur so lasse sich die BautÀtigkeit wieder ankurbeln.
Kommunen treiben Planungen voran
Trotz der Krise arbeiten viele StĂ€dte an neuen Wohnprojekten. Wiesbaden legte Mitte Juni den Vorentwurf fĂŒr den FlĂ€chennutzungsplan 2040 vor. Dieser sieht 274 Hektar fĂŒr WohnbauflĂ€chen vor â der berechnete Bedarf liegt bei 220 Hektar.
Der Plan enthĂ€lt auch Konzepte fĂŒr den Klimaschutz, etwa FreiflĂ€chen-Photovoltaik und ErdbeckenwĂ€rmespeicher. Die Stadtverordneten sollen im September 2026 entscheiden. Der formelle Beschluss wird frĂŒhestens 2028 erwartet.
In Bonn beschloss die Stadt den Bebauungsplan fĂŒr das Quartier âurban dotâ in Dottendorf. Auf einer 6,5 Hektar groĂen BrachflĂ€che entsteht ein weitgehend autofreier Campus. 40 Prozent der WohnflĂ€che sind fĂŒr den öffentlich geförderten Wohnungsbau reserviert.
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Auch Braunschweig startet ein neues Projekt: Die âStiftshöfeâ entstehen auf dem GelĂ€nde der ehemaligen Burgpassage. Geplant sind Wohnungen, BĂŒroflĂ€chen und ein Hotel.
Flexibles Wohnen in Leipzig â Stillstand in Kassel
In Leipzig-GrĂŒnau beginnt ein Modellprojekt der RWTH Aachen. In einem sanierten Plattenbau entstehen Wohnungen mit variablen Zimmerkonfigurationen. Die Idee: Die RĂ€ume sollen sich an verĂ€nderte Lebenssituationen der Mieter anpassen.
Ganz anders sieht es in Kassel aus. Trotz hohem Bedarf stockt der Wohnungsbau. JĂ€hrlich wĂ€ren bis zu 1.000 neue Wohnungen nötig â gebaut wird weniger als die HĂ€lfte. Kritik gibt es an der Vergabe an Generalunternehmer, weil dadurch lokale Wertschöpfung verloren gehe. GroĂprojekte der stĂ€dtischen Wohnungsgesellschaften verzögern sich teilweise bis 2027.
Private Projekte und neue Finanzierungen
Im privaten Sektor startete Mitte Juni der Vertrieb fĂŒr ein Vorhaben in Asperg bei Ludwigsburg. 250 Wohneinheiten nach modernen Energieeffizienzstandards sollen bis Sommer 2029 fertig sein. Ein weiterer Entwickler kaufte in Rottenburg am Neckar eine FlĂ€che fĂŒr 54 Wohneinheiten. Der Baubeginn ist fĂŒr das erste Quartal 2027 geplant.
Die Pandion AG sicherte sich bereits Ende 2025 die Zustimmung ihrer AnleiheglĂ€ubiger fĂŒr eine LaufzeitverlĂ€ngerung. Die Unternehmensanleihe lĂ€uft nun bis August 2028. Der Zinssatz steigt auf 8 Prozent pro Jahr, eine TeilrĂŒckzahlung ist Ende 2027 vorgesehen. Die MaĂnahmen zeigen: In einem volatilen Markt braucht es lĂ€ngerfristige Planungssicherheit.
