Ifo: Iran-Krieg beendet vorerst Hoffnung auf Aufschwung
25.03.2026 - 11:40:58 | dpa.de
Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im MĂ€rz wegen des Iran-Kriegs deutlich verschlechtert. Das Ifo-GeschĂ€ftsklima fiel um 2,0 Punkte auf 86,4 Punkte, wie das MĂŒnchner Forschungsinstitut in MĂŒnchen mitteilte. Der RĂŒckgang fĂ€llt damit in etwa so aus, wie Analysten es erwartet hatten.
Die Unternehmen haben ihre aktuelle GeschĂ€ftslage zwar unverĂ€ndert eingeschĂ€tzt. Die Erwartungen an die kĂŒnftigen GeschĂ€fte wurden dagegen deutlich schwĂ€cher bewertet. Sowohl in der Industrie als auch im Dienstleistungssektor und im Einzelhandel trĂŒbte sich die Stimmung ein. In der Baubranche sanken die Erwartungen sogar so stark wie seit dem Ukraine-Krieg MĂ€rz im 2022 nicht mehr.
«Der Krieg im Iran beendet vorerst die Hoffnung auf einen Aufschwung», kommentierte Ifo-PrÀsident Clemens Fuest das Ergebnis der monatlichen Umfrage unter 9.000 Unternehmen.
«Aufschwung in der Industrie erst einmal vom Tisch»
Der RĂŒckgang des Ifo-Index komme angesichts der Eskalation am Golf mit dem scharfen Anstieg der Energiepreise nicht ĂŒberraschend, schrieb Jens-Oliver Niklasch, Ăkonom bei der Landesbank LBBW. «Die Fortsetzung des verhaltenen Aufschwungs in der deutschen Industrie ist damit erst einmal vom Tisch.»
Der Einbruch der Ifo-GeschĂ€ftserwartungen spiegle die berechtigten Sorgen der deutschen Unternehmen ĂŒber den Nahost-Krieg wider, meint Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg KrĂ€mer. «Wenn der Krieg und die Sperrung der StraĂe von Hormus noch ein, zwei Monate anhielten, wĂ€re der wirtschaftliche Schaden fĂŒr Deutschland deutlich spĂŒrbar.»Â
Was bleibt von der Konjunkturerholung?
Mit dem Iran-Krieg sind die Ăl- und Gaspreise deutlich gestiegen. Das schĂŒrt Sorgen, dass die Inflation anzieht und der erhoffte Aufschwung der deutschen Wirtschaft deutlich kleiner ausfĂ€llt. Ăkonomen haben bereits ihre Prognosen gesenkt. Eigentlich sollte die deutsche Wirtschaft dank staatlicher Milliardenausgaben fĂŒr Infrastruktur und Verteidigung dieses Jahr wieder um rund ein Prozent wachsen, nachdem sie 2025 mit einem Mini-Wachstum nur knapp am dritten Rezessionsjahr in Folge vorbeigeschrammt war.
«Die zarten Konjunkturhoffnungen der deutschen Wirtschaft verpuffen aufgrund der Krise im Nahen Osten immer mehr», schrieb Christoph Swonke, Konjunkturanalyst der DZ Bank. Das Institut erwarte wegen des Iran-Kriegs 2026 nur noch ein Wachstum von 0,8 Prozent.
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