Wohnungsbau, Ifo-Institut

Ifo: Wohnungsbau-Stimmung steigt im August auf minus 22,7 Punkte

Veröffentlicht am: 16.09.2026 um 07:37 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Die Erwartungen im deutschen Wohnungsbau haben sich im August deutlich aufgehellt. AuftrÀge und Projektstornierungen zeigen aber weiter, dass die Lage im Markt fragil bleibt.

Stimmung im deutschen Wohnungsbau deutlich verbessert
Betonklötze auf einer Baustelle (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Die Stimmung im deutschen Wohnungsbau hat sich im August deutlich verbessert. Das vom MĂŒnchener Ifo-Institut gemessene GeschĂ€ftsklima stieg von -29,0 auf -22,7 Punkte.

Erwartungen steigen, Lage bleibt schwach

Ausschlaggebend war vor allem ein spĂŒrbarer Anstieg bei den Erwartungen der Unternehmen. Die aktuelle GeschĂ€ftslage blieb dagegen unverĂ€ndert und wird weiterhin als unbefriedigend bewertet.

Nach Angaben aus den Umfragen sehen die Unternehmen zwar zunehmend Licht am Ende des Tunnels. FĂŒr eine nachhaltige Erholung reichen die Signale aus der laufenden GeschĂ€ftstĂ€tigkeit bislang aber noch nicht aus.

Wenig Entspannung in den AuftragsbĂŒchern

Der Anteil der Unternehmen mit Auftragsmangel blieb mit 41,3 Prozent nahezu unverÀndert. Zugleich meldeten 13,4 Prozent der Betriebe abgesagte Projekte.

Bei den Vorprodukten hat sich die Lage dagegen entspannt. Nur noch 2,9 Prozent der Unternehmen berichteten im August von MaterialengpÀssen, nach 8,5 Prozent im Juli.

Hoffnung auf neue Impulse

Die steigenden Baugenehmigungen nÀhren die Erwartung, dass sich die Auftragslage in den kommenden Monaten verbessert. Ob daraus eine breitere Erholung wird, hÀngt nun davon ab, wie schnell genehmigte Projekte tatsÀchlich in AuftrÀge umschlagen.

Bis dahin bleibt die bessere Stimmung vor allem ein Vorschuss auf die Zukunft. Die Entwicklung zeigt damit eher eine vorsichtige Stabilisierung als eine bereits gesicherte Wende im Wohnungsbau.

Die Verbesserung im Wohnungsbau zeigt vor allem eine leichte Entlastung auf der Erwartungsseite, nicht aber bereits eine durchgreifende Trendwende. Entscheidend ist deshalb, ob aus höheren Baugenehmigungen tatsĂ€chlich neue AuftrĂ€ge und anschließend mehr Baustarts entstehen.

FĂŒr die Bauwirtschaft bleibt der Abstand zwischen Stimmung und Auftragslage groß. Ein hoher Anteil an Unternehmen mit Auftragsmangel und abgesagten Projekten spricht dafĂŒr, dass die Erholung bislang fragil ist und sich nur langsam in den Betrieben ankommen dĂŒrfte.

Bedeutung fĂŒr den Markt

FĂŒr private Bauherren, Projektentwickler und Handwerksbetriebe ist das Signal ambivalent: Sinkende MaterialengpĂ€sse erleichtern die Planung, ersetzen aber keine Nachfrage. Erst wenn genehmigte Vorhaben in VertragsabschlĂŒsse und konkrete Arbeiten ĂŒbergehen, kann sich die Lage im Wohnungsbau spĂŒrbar festigen.

Ausblick

Die nĂ€chsten Monate werden zeigen, ob die verbesserten Erwartungen zu einer breiteren Belebung fĂŒhren oder ob der Aufschwung an Finanzierungskosten, Nachfrageunsicherheit und Projektverschiebungen hĂ€ngen bleibt. Der aktuelle Befund passt eher zu einer vorsichtigen Stabilisierung als zu einem krĂ€ftigen Neubeginn.

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