KORREKTURROUNDUP, VerlÀngerung

KORREKTUR / ROUNDUP 2: VerlĂ€ngerung der Gaza-Feuerpause - - Die Nacht im Überblick

27.11.2023 - 18:50:45

(im 5. Absatz Zahl der palÀstinensischen HÀftlinge korrigiert)TEL AVIV/GAZA - Im Gaza-Krieg deutet sich nach der Freilassung Dutzender Geiseln aus der Gewalt der Terrororganisation Hamas eine VerlÀngerung der bis Dienstagmorgen befristeten Feuerpause an.

(im 5. Absatz Zahl der palÀstinensischen HÀftlinge korrigiert)

TEL AVIV/GAZA (dpa-AFX) - Im Gaza-Krieg deutet sich nach der Freilassung Dutzender Geiseln aus der Gewalt der Terrororganisation Hamas eine VerlÀngerung der bis Dienstagmorgen befristeten Feuerpause an. Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu signalisierte am Sonntagabend grundsÀtzlich Bereitschaft dazu. Und auch die Hamas strebt nach eigener Darstellung eine VerlÀngerung an, um im Austausch gegen Geiseln mehr palÀstinensische HÀftlinge aus Israel zu bekommen.

Freilassung zehn weiterer Geiseln erwartet

An diesem Montag wird zunĂ€chst die Freilassung zehn weiterer Geiseln erwartet. BundesprĂ€sident Frank-Walter Steinmeier setzt unterdessen seinen Besuch in Israel fort. Nach einem Besuch in einem Kibbuz und einem GesprĂ€ch mit Netanjahu will er eine Klinik in Ost-Jerusalem aufsuchen, wo palĂ€stinensische Patienten behandelt werden, die jetzt nicht zu ihren Angehörigen zurĂŒck können.

Katars Regierungschef: Vernichtung der Hamas kaum möglich

Das im Gaza-Krieg vermittelnde Golfemirat Katar hĂ€lt die von Israel als Kriegsziel genannte Vernichtung der Hamas fĂŒr kaum realisierbar. "Man wird die Hamas nicht so einfach vernichten können. Ob wir mit ihr ĂŒbereinstimmen oder nicht, sie ist Teil der Gesellschaft in Gaza und auch im Westjordanland", sagte der katarische MinisterprĂ€sident und Außenminister Mohammed bin Abdulrahman Al Thani, der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Montag). Katar habe die Beziehung zur Hamas aufgebaut, "um Ruhe und StabilitĂ€t in der Region zu bewahren". Wenn sein Land dann sehe, dass ein Krieg ausbricht, dann wĂŒrden diese KommunikationskanĂ€le - wie bereits in der Vergangenheit - genutzt.

Hoffnung auf VerlÀngerung der Feuerpause

US-PrĂ€sident Joe Biden hofft derweil, dass die zunĂ€chst fĂŒr vier Tage vereinbarte Feuerpause verlĂ€ngert wird, "damit wir weiterhin mehr Geiseln befreien und mehr humanitĂ€re Hilfe fĂŒr die BedĂŒrftigen in Gaza leisten können". DafĂŒr werde er weiter mit Katar, Ägypten und Israel zusammenarbeiten, sagte Biden am Sonntag. Ähnlich Ă€ußerte sich Frankreichs Außenministerin Catherine Colonna. Es wĂ€re "gut, hilfreich und notwendig", die Waffenruhe zu verlĂ€ngern, bis alle Geiseln frei seien, sagte Colonna am Sonntag dem Sender "BFM TV", wie andere französische Medien in der Nacht zum Montag berichteten.

Seit Freitag kamen bisher 58 Geiseln frei, darunter acht deutsche DoppelstaatsbĂŒrger. Im Gegenzug wurde am Sonntag erneut eine Gruppe von 39 palĂ€stinensischen HĂ€ftlingen aus israelischen GefĂ€ngnissen freigelassen, wie die israelische GefĂ€ngnisbehörde am Abend mitteilte. PalĂ€stinensischen Berichten zufolge handelte es sich um 39 mĂ€nnliche Jugendliche unter 19 Jahren. Damit wurden seit Freitag bisher insgesamt 117 palĂ€stinensische HĂ€ftlinge freigelassen.

Geisel schwebt in Lebensgefahr

Eine am Sonntag von der Hamas freigelassene Geisel schwebt Medien zufolge in Lebensgefahr. Die 84-jÀhrige Frau sei in einem lebensbedrohlichen Zustand in eine Klinik gebracht worden, meldeten israelische Medien unter Berufung auf die Klinik in Beerscheba. Zum ersten Mal war am Sonntag mit einem vierjÀhrigen MÀdchen auch eine Geisel freigelassen worden, die die US-Staatsangehörigkeit besitzt.

Kleines MĂ€dchen ĂŒberlebte unter Leiche des Vaters

Das Schicksal der Kleinen bewegt seither viele Menschen. Am 7. Oktober, als Hamas-Terroristen ein beispielloses Massaker an israelischen Zivilisten anrichteten, musste das MĂ€dchen mit ansehen, wie ihre Mutter erschossen wurde, wie US-Medien berichteten. Als ihr Vater sich schĂŒtzend ĂŒber seine Tochter legte, sei auch er erschossen worden. Die 10 und 6 Jahre alten Geschwister des MĂ€dchens ĂŒberlebten, weil sie sich im Schrank versteckten, bevor sie gerettet wurden.

Ihre kleine Schwester, die zunĂ€chst fĂŒr tot gehalten worden sei, sei unter der Leiche ihres Vaters hervorgekrochen und zum Haus eines Nachbarn gerannt, zitierte die "Washington Post" eine Verwandte des MĂ€dchens weiter. Die Terroristen griffen sich dort das MĂ€dchen zusammen mit der fĂŒnfköpfigen Nachbarsfamilie und verschleppten sie mit vielen anderen in den Gazastreifen. Am vergangenen Freitag wurde das MĂ€dchen in der Gefangenschaft vier Jahre alt. Nun kam sie frei.

Hoffnung auf Freilassung weiterer Geiseln

Es gibt Hoffnung, dass jetzt noch mehr Geiseln freikommen. Das Abkommen sehe die Möglichkeit vor, die Kampfpause im Gegenzug fĂŒr die Freilassung zehn weiterer Geiseln pro Tag zu verlĂ€ngern, sagte Netanjahu am Sonntagabend nach einem GesprĂ€ch mit Biden. "Das wĂ€re zu begrĂŒĂŸen." Gleichzeitig habe er Biden gesagt, dass die KĂ€mpfe nach der Feuerpause wieder aufgenommen wĂŒrden. Nach Ende des Abkommens werde Israel seine Kriegsziele "mit voller Kraft verwirklichen".

BundesprĂ€sident Steinmeier hatte am Vortag Israel die unverbrĂŒchliche UnterstĂŒtzung Deutschlands zugesagt. "Unsere SolidaritĂ€t mit Israel gilt", sagte er in Jerusalem bei einer Pressekonferenz mit Israels StaatsprĂ€sidenten Herzog. "Sie gilt nicht nur mit dem Israel als Opfer des Terrors. Unsere SolidaritĂ€t gilt auch mit dem Israel, das sich wehrt, das kĂ€mpft gegen eine existenzielle Bedrohung." Steinmeier sagte dies mit Blick auf Kritik an Israels KriegsfĂŒhrung in Gaza, die bereits Tausende zivile Opfer gekostet hat. Es sei nötig, die Zivilisten in Gaza zu schonen und sie mit dem Lebensnotwendigsten zu versorgen, sagte Steinmeier. "Das verlangt das humanitĂ€re Völkerrecht."

Was am Montag wichtig wird

Steinmeier will das Auguste-Viktoria-Krankenhaus in Ost-Jerusalem aufsuchen. In ihm werden fast 100 palĂ€stinensische Patienten behandelt. Der BundesprĂ€sident will zeigen, dass er auch das Leid der palĂ€stinensischen Bevölkerung sieht. Es wird erwartet, dass am selben Tag zehn weitere Geiseln aus dem Gazastreifen freikommen. Tech-MilliardĂ€r Elon Musk trifft derweil in Jerusalem Israels PrĂ€sidenten Herzog. Zugleich laufen die Verhandlungen ĂŒber eine VerlĂ€ngerung der bis Dienstagmorgen befristeten Feuerpause weiter.

## Berichtigung- Zahl im letzten Satz des 5. Absatzes berichtigt (117 nicht 177)

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