Copernicus: Fast ein Viertel globaler Waldbrand-Emissionen aus Kanada
12.12.2023 - 12:59:08Besonders schlimm war es in Kanada, wie eine Auswertung des Copernicus-AtmosphĂ€rendiensts der EU (CAMS) zeigt. Die Feuer dort waren fĂŒr knapp ein Viertel (23 Prozent) der globalen Kohlenstoffemissionen durch WaldbrĂ€nde verantwortlich, wie Copernicus am Dienstag mitteilte. Demnach gelangten durch die BrĂ€nde, die Anfang Mai begonnen hatten und bis Oktober andauerten, 480 Megatonnen CO2 in die AtmosphĂ€re. Weltweit verursachten WaldbrĂ€nde bis Anfang Dezember 2100 Megatonnen an CO2-Emissionen.
AusstöĂe fĂŒnf Mal so hoch wie im Schnitt der vergangenen 20 Jahre
FĂŒr Kanada ist das ein Negativ-Rekord und entspricht beinahe dem FĂŒnffachen des Durchschnitts der vergangenen 20 Jahre. Die BrĂ€nde in den Regionen Britisch-Kolumbien, Alberta, Ontario, Neuschottland, den Nordwest-Territorien und Quebec waren der Copernicus-Mitteilung zufolge nicht nur wegen der CO2-AusstöĂe auĂergewöhnlich, sondern auch hinsichtlich ihrer IntensitĂ€t, Dauer und ihrer Auswirkungen auf die lokalen Gemeinschaften.
Die Rauchentwicklung habe die LuftqualitĂ€t erheblich beeintrĂ€chtigt, hieĂ es in der Mitteilung. Das sei nicht nur in der nĂ€heren Umgebung der Fall gewesen, sondern auch in groĂen Teile Nordamerikas und darĂŒber hinaus. GroĂe Rauchschwaden seien ĂŒber den Atlantik gezogen und hĂ€tten in Teilen Europas den Himmel getrĂŒbt. "Die Auswirkungen der WaldbrĂ€nde auf die LuftqualitĂ€t in Nordamerika sowie die Tatsache, dass es in Europa infolge dieser BrĂ€nde zu dunstigem Himmel kommen konnte, sind ein deutlicher Hinweis auf deren Tragweite", sagte CAMS-Experte Mark Parrington der Mitteilung zufolge.
Waldbrandsaison in USA und Russland verhĂ€ltnismĂ€Ăig ruhig
WĂ€hrend Kanada in diesem Jahr besonders schwer getroffen war, hatten die USA und Russland eine verhĂ€ltnismĂ€Ăig ruhige Waldbrandsaison, mit CO2-AusstöĂen, die SchĂ€tzungen zufolge unter dem Durchschnitt der vergangenen 20 Jahre lagen. Heftig waren die Feuer allerdings auf der zum US-Bundesstaat Hawaii gehörenden Insel Maui, die auch etliche Menschenleben kosteten und schwere SchĂ€den an der Infrastruktur anrichteten. Neben Russland waren Kasachstan und die Mongolei von erheblichen WaldbrĂ€nden im April und Mai betroffen.
Im Mittelmeerraum brannte es besonders auf der griechischen Insel Rhodos, in der griechisch-tĂŒrkischen Grenzregion und in anderen Teilen Griechenlands. Spanien verzeichnete die höchsten Emissionen fĂŒr den Monat MĂ€rz seit 21 Jahren durch Feuer an der Grenze zwischen den Regionen Aragon und Valencia sowie in Asturien. Im August waren die Kanarischen Inseln zudem stark von WaldbrĂ€nden betroffen.
WetterphĂ€nomen erhöht Waldbrandrisiko auf SĂŒdhalbkugel
Auf der SĂŒdhalbkugel herrschen laut Copernicus durch das WetterphĂ€nomen El Niño Bedingungen, die das Waldbrandrisiko erhöhen. Das hatte Auswirkungen bei BrĂ€nden in Indonesien und Australien. In SĂŒdamerika gab es erhebliche BrĂ€nde in Chile und Argentinien Anfang des Jahres.
Die ZusammenhĂ€nge zwischen Klimawandel und WaldbrĂ€nden seien komplex, hieĂ es in der Mitteilung. Zwar gehörten die CO2-AusstöĂe infolge der BrĂ€nde nicht zu den wichtigsten Treibern fĂŒr den Anstieg der Treibhausgase in der AtmosphĂ€re, aber höhere Temperaturen und ein höheres Niveau dieser Gase machen nie dagewesene WaldbrĂ€nde wie in diesem Jahr in Kanada demnach wahrscheinlicher.
Der AtmosphĂ€renĂŒberwachungsdienst CAMS (Copernicus Atmoshpere Monitoring Service) ist eine von mehreren Komponenten des Copernicus-Programms der EuropĂ€ischen Union. Es stellt unter anderem aus Satellitenbildern gewonnene Daten zu den Bereichen AtmosphĂ€re, Meere, Land, Klimawandel, Sicherheit und Energie zur VerfĂŒgung.

