FachkrĂ€ftelĂŒcke in IT-Berufen um die HĂ€lfte zurĂŒckgegangen
18.05.2024 - 07:42:20Die schlechte Wirtschaftslage und die Unsicherheit vieler Unternehmen lassen die Nachfrage nach BeschĂ€ftigten in IT-Berufen einbrechen. Die FachkrĂ€ftelĂŒcke hat sich im ersten Quartal 2024 in Deutschland im Vergleich zum Vorjahr nahezu halbiert.
Die Zahl der offenen Stellen, die nicht mit passend qualifizierten Kandidaten besetzt werden konnten, ging um 46 Prozent zurĂŒck auf 19 372. Das geht aus einer Studie des Kompetenzzentrums FachkrĂ€ftesicherung (Kofa) des arbeitgebernahen Instituts der Deutschen Wirtschaft hervor.
Die Zahl offener Stellen im Berufsfeld Informatik ist zum Vorjahr demnach um ein FĂŒnftel gesunken, die der qualifizierten Arbeitslosen stieg um mehr als ein Viertel. Grund fĂŒr die Entwicklung ist laut Studienautor Gero Kunath die wirtschaftliche SchwĂ€che. Unternehmen hielten Investitionen zurĂŒck, gröĂere IT-Projekte wĂŒrden verschoben oder ganz abgesagt. Eine weitere ErklĂ€rung seien Zukunftstechnologien wie KĂŒnstliche Intelligenz, die AblĂ€ufe erleichterten und weniger manuellen Arbeitseinsatz und Personal erforderlich machten.
«Auf einen vorĂŒbergehenden konjunkturellen Einbruch deutet hin, dass aktuell der Bedarf an qualifizierten IT-FachkrĂ€ften in der deutschen Wirtschaft weiterhin hoch bleibt, auch wenn er sich merklich abgekĂŒhlt hat», sagte Kunath. So konnten in den IT-Berufen insgesamt immer noch 37,2 Prozent der offenen Stellen nicht besetzt werden.
Experte: FachkrĂ€ftelĂŒcke kann Aufschwung bremsen
Die FachkrĂ€ftelĂŒcke liegt der Studie zufolge auch insgesamt weiterhin auf hohem Niveau, war zuletzt jedoch rĂŒcklĂ€ufig. Im MĂ€rz 2024 lag die Zahl der offenen Stellen fĂŒr qualifizierte FachkrĂ€fte bei rund 1,2 Millionen und damit knapp 4 Prozent niedriger als vor einem Jahr. Die Zahl qualifizierter Arbeitsloser erhöhte sich derweil um gut 9 Prozent auf etwa 1,1 Millionen.
Die LĂŒcke ist dem Experten zufolge deutlich höher, als der Abstand zwischen offenen Stellen und der Zahl der Arbeitslosen vermuten lĂ€sst. Denn nicht jeder Arbeitslose eignet sich mit seinen Qualifikationen fĂŒr jede offene Stelle.
Der RĂŒckgang der FachkrĂ€ftelĂŒcke ist laut Kunath kein Zeichen fĂŒr Erholung. Aufgrund der eingetrĂŒbten Konjunktur gab es zuletzt mehr arbeitslose qualifizierte FachkrĂ€fte und weniger offene Stellen. Im Falle einer wirtschaftlichen Erholung sei mit einer VerschĂ€rfung der EngpĂ€sse zu rechnen, «die den Aufschwung bremsen dĂŒrften».


