HĂ€lfte der Dax-Dividenden flieĂt ins Ausland
01.08.2024 - 04:30:36Bei Deutschlands fĂŒhrenden Börsenkonzernen dominieren auslĂ€ndische Investoren - und streichen rund die HĂ€lfte der Dividenden ein. Sie besaĂen 2023 bei 21 der 40 Dax-Unternehmen die Mehrheit der Aktien, zeigt eine neue Studie der WirtschaftsprĂŒfungs- und Beratungsgesellschaft EY. Deutsche Anleger hielten im Schnitt nur gut ein Drittel der Dax-Aktien (33,6 Prozent), hieĂ es darin. Rund jedes zweite Papier (51) war dagegen in Besitz auslĂ€ndischer Investoren - der Rest des Aktienbestands lieĂ sich nicht zuordnen.
Vor allem nordamerikanische Anleger hÀtten ihr Engagement im deutschen Leitindex deutlich hochgefahren - von 17,4 Prozent 2010 auf zuletzt 23,5 Prozent. Der Anteil von europÀischen Investoren sank hingegen EY zufolge in dem Zeitraum etwas auf nunmehr 22,6 Prozent.
Nur bei neun Dax-Unternehmen lag laut EY zum Stichtag 31.12.2023 definitiv mindestens die HÀlfte der Aktien in den HÀnden inlÀndischer Investoren, darunter Deutsche Telekom, BASF, Deutsche Bank und BMW. Bei vielen Unternehmen könnten nicht alle Aktien eindeutig den Kategorien Inland und Ausland zugeordnet werde, schrieben die Autoren. Die genannten Werte seien daher Mindestangaben.
Nur Minderheit der Dax-Dividenden flieĂt auf deutsche Konten
Das starke Gewicht auslĂ€ndischer AktionĂ€re fĂŒhrt auch dazu, dass Dividenden im groĂen Umfang ins Ausland abflieĂen. Von den 53,8 Milliarden Euro, die die Dax-Konzerne fĂŒr das vergangene GeschĂ€ftsjahr ausschĂŒtten, gingen laut Studie mindestens 26 Milliarden Euro an Anleger im Ausland, 22,2 Milliarden flossen an Investoren aus Deutschland.
Die höchsten Ăberweisungen ins Ausland tĂ€tige Mercedes-Benz, hieĂ es. Dividenden von 3,4 Milliarden Euro gingen an auslĂ€ndische Anleger und 2,1 Milliarden an deutsche Investoren. Auch bei anderen groĂen Dividendenzahlern im Dax wie Allianz und Siemens floss der Löwenanteil an Investoren im Ausland.
Mehr Einfluss auf UnternehmenÂ
Henrik Ahlers, Vorsitzender der GeschĂ€ftsfĂŒhrung bei EY, sieht das starke Engagement auslĂ€ndischer Investoren im Dax als «Beleg fĂŒr das immer noch groĂe Vertrauen in die deutsche Wirtschaft». Doch mit dem starken Gewicht auslĂ€ndischer AktionĂ€re gehe ein zunehmender Einfluss auf Unternehmensentscheidungen einher: «Und die Interessen eines US-amerikanischen Investors können durchaus von denen eines deutschen Anlegers abweichen», meint Ahlers. Das fĂŒhre dazu, dass die Unternehmensstrategien sich noch stĂ€rker an der weltweiten Wettbewerbssituation orientierten â und weniger RĂŒcksichten nĂ€hmen auf Befindlichkeiten in Deutschland.
Der groĂe Anteil gerade amerikanischer Investoren im Dax ist nicht neu. Der Kapitalmarkt in Deutschland gilt als vergleichsweise schwach ausgeprĂ€gt.Â
Rund 12,3 Millionen Menschen hatten im Jahresschnitt 2023 Aktien, Aktienfonds und/oder börsengehandelte Indexfonds (ETFs) im Depot, wie das Deutsche Aktieninstitut errechnet hat. Gemessen an der hiesigen Bevölkerung ab 14 Jahren war nur gut jeder Sechste am Aktienmarkt engagiert.
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