Jury-Auswahl in Schweigegeld-Prozess gegen Donald Trump begonnen
16.04.2024 - 06:22:00Das zustĂ€ndige Gericht in dem Verfahren gegen Donald Trump in Zusammenhang mit Schweigegeldzahlungen an eine Pornodarstellerin begann am Montag mit dem Prozedere zur Benennung der insgesamt zwölf Geschworenen, legte sich aber zunĂ€chst auf niemanden fest. Am Dienstag soll es weitergehen, insgesamt könnte sich die Personalauswahl noch ĂŒber mehrere Tage hinziehen.
Rund 96 von mehreren hundert potenziellen Geschworenen wurden am Montag in den Gerichtssaal gebracht. Als Trump als Angeklagter vorgestellt wurde, drehte er sich von der Anklagebank kurz zu den potenziellen Geschworenen hin. Rund die HĂ€lfte der MĂ€nner und Frauen aus Manhattan wurde direkt wieder entlassen, nachdem sie angegeben hatten, sich nicht in der Lage zu sehen, in dem Prozess zu einem fairen Urteil zu kommen. Danach wurde mit der detaillierteren Befragung der anderen Kandidaten begonnen.
Die Staatsanwaltschaft legt Trump in dem Prozess die FĂ€lschung von GeschĂ€ftsunterlagen zur Last. Der Republikaner, der im November erneut ins WeiĂe Haus einziehen will, hat auf nicht schuldig plĂ€diert. Der Prozess könnte nach Gerichtsangaben bis zu acht Wochen dauern. Bei einer Verurteilung droht dem 77-JĂ€hrigen eine mehrjĂ€hrige GefĂ€ngnisstrafe, die auch auf BewĂ€hrung ausgesprochen werden könnte. Die AnwĂ€lte Trumps hatten bis zuletzt versucht, das Verfahren abzuwenden, zu verlegen oder wenigstens zu verzögern.
Hintergrund des Falls ist, dass Trump 2016 kurz vor seiner Wahl zum PrĂ€sidenten 130 000 US-Dollar Schweigegeld an die Pornodarstellerin Stormy Daniels zahlen lieĂ. Sie hatte behauptet, Sex mit ihm gehabt zu haben. Trump bestreitet eine AffĂ€re, nicht aber, dass Geld geflossen ist. Schweigevereinbarungen zwischen zwei Parteien sind nicht grundsĂ€tzlich illegal. Trump wird aber vorgeworfen, er habe die Zahlungen unrechtmĂ€Ăig verbucht, auf illegale Weise zu verschleiern versucht und damit andere GesetzesverstöĂe vertuschen wollen.
Derzeit sind in den USA auch noch drei weitere Strafprozesse gegen Trump in der Vorbereitung, unter anderem wegen versuchten Wahlbetrugs und der Mitnahme geheimer Regierungsdokumente. Zudem laufen zahlreiche Zivilprozesse. Der Ex-PrÀsident und sein Anwaltsteam versuchen, die Verfahren mit allen Mitteln zu blockieren, und waren damit teilweise auch schon erfolgreich.
In dem Schweigegeld-Prozess geht es um weniger schwerwiegende VorwĂŒrfe als in den anderen FĂ€llen. Experten zufolge ist es aber der Prozess, der womöglich als erster abgeschlossen werden könnte. Trump bestreitet alle VorwĂŒrfe gegen ihn und sieht sich als Opfer einer politisch motivierten Justiz.

