Trump, Brief

Trump stellt Brief mit Deal an EU und Extrazölle in Aussicht

08.07.2025 - 20:09:15

Im Handelsstreit mit der EuropÀischen Union legt US-PrÀsident Donald Trump nach. Kommt damit Bewegung in die GesprÀche?

Im Zollkonflikt mit einer Reihe von Handelspartnern hat US-PrĂ€sident Donald Trump einen Brief an die EU sowie Sonderzölle fĂŒr bestimmte Branchen angekĂŒndigt. Auf die Frage eines Journalisten, ob er optimistisch auf einen Deal mit der EuropĂ€ischen Union blicke, sagte er: «Wir sind wahrscheinlich zwei Tage davon entfernt, ihnen einen Brief zu schicken. Wir sind im GesprĂ€ch mit ihnen. Ich möchte nur, dass Sie wissen, dass ein Brief ein Deal bedeutet.»

Trump betonte, dass EU-KommissionsprĂ€sidentin Ursula von der Leyen und «die gesamte Gruppe» die USA mittlerweile gut behandeln wĂŒrden. «Es ist wie eine neue Welt. (...) Sie gehörten zu den hĂ€rtesten, mit denen wir zu tun hatten. In vielerlei Hinsicht waren sie sogar noch schlimmer als China», sagte er.

Trump: Zoll von 50 Prozent auf Kupfer

Der US-PrĂ€sident will unabhĂ€ngig von der EuropĂ€ischen Union Extrazölle fĂŒr bestimmte Branchenimporte einfĂŒhren. So sollen auf Kupfereinfuhren ZuschlĂ€ge von 50 Prozent erhoben werden. Auch Zölle auf Arzneimittel, Halbleiter und «verschiedene andere Dinge» kann er sich vorstellen.

Trump hatte bereits auf den Import von Autos und Autoteilen sowie von Stahl- und Aluminium besonders hohe Extrazölle in Höhe von 25 beziehungsweise 50 Prozent einfĂŒhren lassen. Mit seiner Zollpolitik will der Republikaner angebliche Handelsungleichgewichte korrigieren und erreichen, dass mehr in den USA produziert wird.

Ausschusschef: EU und USA verhandeln ĂŒber wenige Seiten

Dass Trump nun einen Brief an die EuropÀische Union versenden möchte, wÀre neu: Ein solches Schreiben wurde in der EU-Kommission bislang nicht erwartet. 

Nach Angaben des Vorsitzenden des Handelsausschusses im EuropĂ€ischen Parlament, Bernd Lange, verhandelt beide Seiten derzeit nur ĂŒber wenige Seiten. Die angestrebte Rahmenvereinbarung sei als «relativ begrenztes Papier» angelegt – derzeit werde ĂŒber einen etwa dreiseitigen Text verhandelt, sagte der SPD-Europapolitiker.

Darin könne etwa allgemein festgelegt sein, dass man sich auf bestimmte Importvolumen von Autos einige, die dann zollfrei oder zu einem geringen Zollsatz gehandelt werden können. Details mĂŒssten dann spĂ€ter geregelt werden. Lange mahnte zudem, dass die derzeitige «Atempause» genutzt werden mĂŒsse, um eine umfassende Paketlösung fĂŒr alle bereits bestehenden und angedrohten Zölle zu finden. 

Die EU-Kommission sieht die Zölle als nicht gerechtfertigt und unvereinbar mit den Regeln der Welthandelsorganisation (WTO) an. 

Deutsche Exporte in die USA sackten zuletzt ab

Der Zollstreit mit den Vereinigten Staaten hat bereits negative Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft. Im Mai fielen die Ausfuhren in die Vereinigten Staaten, dem wichtigsten Handelspartner fĂŒr deutsche Unternehmen, nach Daten des Statistischen Bundesamtes auf den niedrigsten Stand seit mehr als drei Jahren. Die Exporte sanken um 7,7 Prozent zum Vormonat auf 12,1 Milliarden Euro und sorgten fĂŒr den zweiten RĂŒckgang der deutschen Exporte insgesamt in Folge. 

«Die Situation im Außenhandel ist dramatisch und droht sich weiter zu verschĂ€rfen», sagt Dirk Jandura, PrĂ€sident des Exportverbands BGA. «Die Folgen der Trump'schen Zollpolitik werden damit immer deutlicher.»

US-Regierung rechnet mit Milliarden an frischen Geldern

US-Finanzminister Scott Bessent verspricht sich unterdessen von den ganzen ZusatzimportgebĂŒhren einen Geldregen: Bis Ende 2025 rechnet er mit mehr als 300 Milliarden US-Dollar, sagte er nach einer Kabinettssitzung. Die Zolleinnahmen sind wichtig fĂŒr die USA: Sie sollen dazu dienen, Trumps teures Wahlversprechen großer Steuersenkungen zumindest teilweise gegenzufinanzieren.

Bereits mehr als ein Dutzend Briefe verschickt

Am Montag hatte Trump mehr als ein Dutzend Briefe mit Zoll-Vorgaben an verschiedene LĂ€nder vor allem in Asien veröffentlicht. Zudem verschob er die Deadline fĂŒr neue ImportaufschlĂ€ge um knapp einen Monat. Eigentlich wĂ€re die Frist an diesem Mittwoch (9. Juli) ausgelaufen. Nun sollen ab dem 1. August neue Zölle auf Exporte anderer LĂ€nder in die USA erhoben werden.

Kurz zuvor hatte Trump sich nochmal festgelegt - er beharrt auf seiner Zollfrist zum 1. August. Der Republikaner schrieb auf seiner Plattform Truth Social: «An diesem Datum hat sich nichts geÀndert, und es wird sich auch nichts Àndern. Mit anderen Worten: Alle BetrÀge sind ab dem 1. AUGUST 2025 fÀllig». Er ergÀnzte: «Es werden keine VerlÀngerungen gewÀhrt.» 

Stunden danach hatte sich der Republikaner aber nicht gĂ€nzlich auf die Verbindlichkeit der neuen Zollfrist festgelegt. Auf die Frage, ob die Frist zum 1. August verbindlich sei, hatte er in Anwesenheit von Journalisten am Montagabend (Ortszeit) gesagt: «Ich wĂŒrde sagen verbindlich, aber nicht zu 100 Prozent.» Er zeigte sich offen, sollten die Handelspartner ihm einen Vorschlag unterbreiten.

@ dpa.de