Tausende bei Al-Kuds-Tag im Iran - Trauerzug fĂŒr RevolutionswĂ€chter
05.04.2024 - 09:33:07Zeitgleich mit den Protesten anlĂ€sslich des sogenannten Al-Kuds-Tags begann auch ein Trauerzug fĂŒr die in Syrien getöteten Mitglieder der Revolutionsgarden (IRGC), die am Freitag beigesetzt werden sollen. Augenzeugen berichteten von Tausenden AnhĂ€ngern. Begleitet wurden die Proteste von Rufen nach Vergeltung. Traditionell versammeln sich jedes Jahr Hunderttausende RegierungsanhĂ€nger bei den Al-Kuds-Demonstrationen.
Die 1979 vom damaligen iranischen RevolutionsfĂŒhrer Ajatollah Ruhollah Chomeini eingefĂŒhrten und staatlich organisierten Kuds-Kundgebungen finden immer am letzten Freitag des Fastenmonats Ramadan statt. Die geistliche und politische FĂŒhrung des Landes ruft zur Eroberung Jerusalems auf. Hintergrund ist die Besetzung des Ostteil Jerusalems durch Israel wĂ€hrend des Sechstagekrieges 1967. Al-Kuds ist der arabische Name fĂŒr Jerusalem.
Am 1. April waren bei einem Luftangriff auf das iranische BotschaftsgelĂ€nde in der syrischen Hauptstadt Damaskus zwei BrigadegenerĂ€le und fĂŒnf weitere Mitglieder der mĂ€chtigen Revolutionsgarden (IRGC) getötet worden. Das iranische AuĂenministerium geht davon aus, dass Israel den Angriff ausgefĂŒhrt hat. Auch nach EinschĂ€tzung der US-Regierung war Israel dafĂŒr verantwortlich. Von israelischer Seite wurde der Vorfall nicht kommentiert.
Irans ReligionsfĂŒhrer Ajatollah Ali Chamenei drohte mit Vergeltung. "Das boshafte Regime wird durch unsere tapferen MĂ€nner bestraft werden", sagte der ReligionsfĂŒhrer einen Tag nach dem Luftangriff. Wie und wann Irans Staatsmacht reagiert, ist aber noch völlig offen. Beobachter deuten die Aussagen des iranischen Staatschefs Chamenei aber dahin gehend, dass eine militĂ€rische Aktion der eigenen StreitkrĂ€fte erfolgen könnte.
Angesichts der gefĂ€hrlichen militĂ€rischen Spannungen rutschte Irans LandeswĂ€hrung auf ein Rekordtief. An den Wechselstuben im Iran wurde der Euro inoffiziell fĂŒr rund 700 000 Rial gehandelt, wie aus einer Statistik des Portals "Bonbast" hervorging.
In den vergangenen Monaten nach Beginn des Gaza-Kriegs hat sich der jahrzehntelange Konflikt zwischen Israel und der Islamischen Republik Iran dramatisch zugespitzt. Der jĂŒdische Staat sieht sich nach Angriffen durch mit dem Iran verbĂŒndete Milizen an mehreren Fronten unter Beschuss ausgesetzt.
Seit der Revolution von 1979 gelten die USA und Israel als Erzfeinde der Islamischen Republik. Israels MinisterprÀsident Benjamin Netanjahu bezeichnete den Iran in der Vergangenheit ebenfalls als "wichtigsten Feind".

