WDH: Habeck kann Völkermord-Vorwurf gegen Israel nicht nachvollziehen
11.01.2024 - 11:21:24(Im letzten Satz des Leadabsatzes wurde korrigiert: PalÀstinensern)
SDEROT (dpa-AFX) - Vizekanzler Robert Habeck kann den Völkermord-Vorwurf SĂŒdafrikas gegen Israel wegen seines Vorgehens im Gaza-Krieg nicht nachvollziehen. Er habe jede Empathie mit Menschen, die im Gaza-Streifen litten und "durch diese fĂŒrchterliche Auseinandersetzung" Familien und Kinder verlören, sagte der GrĂŒnen-Politiker am Donnerstag bei einem Besuch der israelischen Stadt Sderot. Diese liegt nur wenige Kilometer vom Gazastreifen entfernt und gehört zu den Orten, die am 7. Oktober von extremistischen PalĂ€stinensern angegriffen wurden.
Israel wisse, dass es so nicht weitergehen könne, sagte Habeck mit Blick auf das Vorgehen der StreitkrĂ€fte. "Aber Völkermord ist etwas anderes, es ist das gezielte Auslöschenwollen von Ethnien oder religiösen Gemeinschaften, das gezielte Auslöschen." Zwar nehme die israelische Armee in Kauf, dass Menschen stĂŒrben. Aber die StreitkrĂ€fte zielten nicht auf Zivilisten und fĂŒhren nicht nach Gaza, um Kinder zu ermorden oder Frauen zu vergewaltigen und dann zu ermorden. Es gebe einen Unterschied: "Die Hamas ist hier durch die StraĂen gefahren mit dem einzigen Ziel, so viele Menschen wie möglich abzuschlachten, und zwar blindwĂŒtig alle, die sie sehen."
Vor dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag begann am Donnerstag die erste Anhörung zur Völkermord-Klage SĂŒdafrikas gegen Israel. SĂŒdafrika will nachweisen, dass Israel die Absicht hat, die PalĂ€stinenser zu vernichten. Israel weist den Vorwurf entschieden zurĂŒck.
Infolge der israelischen MilitĂ€reinsĂ€tze sind nach Angaben der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde seit Kriegsbeginn 23 357 Menschen getötet worden. Israel dagegen bekrĂ€ftigt sein Recht auf Selbstverteidigung nach den blutigen Angriffen der Terrororganisation Hamas und anderer Extremisten am 7. Oktober 2023. Dabei waren rund 1200 Menschen getötet und etwa 250 aus Israel entfĂŒhrt worden, von denen bislang etwa die HĂ€lfte wieder freigelassen wurde.

