Teuerung, Nahrungsmitteln

Teuerung gesunken - aber nicht bei Nahrungsmitteln

11.04.2025 - 08:38:31

Im MĂ€rz hat der Preisdruck auf Verbraucher etwas nachgelassen. Beim Lebensmitteleinkauf allerdings ist das nicht zu spĂŒren. Und die weitere Entwicklung bei der Inflation ist ungewisser geworden.

  • Teuerungsrate auch im MĂ€rz weiterhin ĂŒber der Zwei-Prozent-Marke (Archivbild) - Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa

    Hauke-Christian Dittrich/dpa

  • Preistreiber Lebensmittel (Archivbild) - Foto: Sebastian Kahnert/dpa

    Sebastian Kahnert/dpa

Teuerungsrate auch im MĂ€rz weiterhin ĂŒber der Zwei-Prozent-Marke (Archivbild) - Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpaPreistreiber Lebensmittel (Archivbild) - Foto: Sebastian Kahnert/dpa

Das Leben in Deutschland hat sich im MĂ€rz nicht mehr ganz so stark verteuert wie in den Monaten zuvor. Allerdings zogen die Nahrungsmittelpreise ĂŒberdurchschnittlich an. Insgesamt lagen die Verbraucherpreise hierzulande im MĂ€rz um 2,2 Prozent ĂŒber dem Niveau des Vorjahresmonats, wie das Statistische Bundesamt vorlĂ€ufige Angaben bestĂ€tigte. 

Im Januar und Februar hatte die jĂ€hrliche Inflationsrate noch bei 2,3 Prozent gelegen, im Dezember waren es 2,6 Prozent. Höhere Inflationsraten schmĂ€lern die Kaufkraft der Menschen, weil sie sich fĂŒr einen Euro dann weniger leisten können.

Sinkende Preise in Europa wegen Trumps Zöllen? 

Wie es mit der Inflation weitergeht, ist mit der konfrontativen Zoll-Politik von US-PrÀsident Donald Trump ungewisser geworden: Eskalierende Handelskonflikte könnten Produkte aus amerikanischer Produktion in Europa verteuern. Andererseits könnten Hersteller beispielsweise aus China verstÀrkt auf den europÀischen Markt drÀngen, um US-Zöllen aus dem Weg zu gehen. 

«Manche Preise könnten also fallen, weil der Wettbewerb zunimmt», sagte Marcel Fratzscher, PrĂ€sident des Deutschen Instituts fĂŒr Wirtschaftsforschung (DIW) «tagesschau24» in der vergangenen Woche. «Wir mĂŒssen uns also erstmal keine Sorgen machen, dass wir in Deutschland eine hohe Inflation oder Preissteigerung haben.»

Preistreiber Nahrungsmittel

Im MĂ€rz mussten die Menschen hierzulande fĂŒr Lebensmittel 3,0 Prozent mehr zahlen als vor Jahresfrist - noch 0,1 Punkte mehr als zunĂ€chst geschĂ€tzt. Damit beschleunigte sich der Preisauftrieb fĂŒr den Einkauf im Supermarkt weiter, im Februar hatte es bereits einen Sprung auf 2,4 Prozent gegeben. Nur wenige Warengruppen waren etwas gĂŒnstiger als ein Jahr zuvor, wie Fisch und MeeresfrĂŒchte. Deutlich Preissteigerungen gab es hingegen bei Grundnahrungsmitteln wie Speisefetten und Ölen (+9,2 Prozent), Obst (+5,7 Prozent) und GemĂŒse (+5,3 Prozent) sowie bei Molkereiprodukten und Eiern (+4,1 Prozent). 

Etwas Entspannung bei Dienstleistungspreisen

Nicht mehr ganz so stark zogen die Preise fĂŒr Dienstleistungen wie GaststĂ€ttenbesuche an. Sie lagen im MĂ€rz um 3,5 Prozent ĂŒber dem Niveau des Vorjahresmonats. Eine dauerhafte Senkung der Mehrwertsteuer fĂŒr Speisen in Restaurants und GaststĂ€tten von 19 auf 7 Prozent soll nach PlĂ€nen von Union und SPD fĂŒr weitere Entlastung sorgen. DafĂŒr mĂŒsste die Branche diesen Steuervorteil aber an die Kundschaft weitergeben und die Preise auf der Speisekarte senken.

Energie gĂŒnstiger

Tanken und Heizen war auch im MĂ€rz gĂŒnstiger als ein Jahr zuvor: Energie verbilligte sich um 2,8 Prozent. In den drei Monaten zuvor hatten die Energiepreise jeweils um 1,6 Prozent unter Vorjahresniveau gelegen. Nach Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine im Februar 2022 waren die Preise fĂŒr Energie, aber auch fĂŒr Lebensmittel rasant gestiegen.

Ausblick ungewiss

Viele Volkswirte rechnen damit, dass die Inflationsrate in Deutschland im Jahresverlauf zurĂŒckgehen wird - wenn auch nicht ganz so schnell, wie zunĂ€chst erhofft. Nach jĂŒngsten EinschĂ€tzungen des MĂŒnchner Ifo-Instituts von Ende MĂ€rz dĂŒrfte die Inflationsrate in den kommenden Monaten weitgehend unverĂ€ndert bei etwas mehr als zwei Prozent und damit knapp ĂŒber der Zielmarke der EuropĂ€ischen Zentralbank liegen. Der Bankenverband BVR hĂ€lt es fĂŒr möglich, dass das von Bundestag und Bundesrat beschlossene Milliardenpaket fĂŒr Verteidigung und Infrastruktur zu mehr Inflation fĂŒhrt.

@ dpa.de