Heizen, Deutschland

Umweltorganisationen warnen vor Heizen mit Holz

07.06.2023 - 12:51:47

Im neuen GebÀudeenergiegesetzes soll der Einbau von reinen Holzheizungen in Neubauten ab 2024 nahezu ausgeschlossen werden. Die FDP will das nicht hinnehmen. Doch UmweltverbÀnde drÀngen darauf.

Mehrere Umweltorganisationen warnen in einem gemeinsamen Appell vor einer grĂ¶ĂŸeren Rolle von Holz als Brennstoff im neuen Heizungsgesetz.

Deutsche Umwelthilfe, Greenpeace, Nabu, Robin Wood und WWF kritisierten, dass eine Verbrennungstechnologie auf der Basis von Kohle und Gas durch eine andere ersetzt werden könnte, die ebenfalls klimaschĂ€dlich sei. Die Nutzung von Holz in Öfen gefĂ€hrde die Klimaziele und die Artenvielfalt.

Der vom Bundeskabinett verabschiedete Gesetzentwurf fĂŒr das umstrittene Heizungsgesetz sieht ein Verbot von Holzheizungen im Neubau vor. Holz soll nur in BestandsgebĂ€uden eine Option bleiben, in denen andere Lösungen nicht machbar oder sinnvoll sind, etwa wegen des Denkmalschutzes.

FDP: «Holz muss erlaubt bleiben»

Zuletzt hatte die FDP mehr Möglichkeiten zum Heizen mit Holz gefordert. «Holzschnitzel und Pellets sind erneuerbare Energiequellen, und das Heizen mit Holz muss erlaubt bleiben, und auch in Neubauten», sagte Fraktionschef Christian DĂŒrr der «Neuen OsnabrĂŒcker Zeitung». Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (GrĂŒne) hatte sich hier zuletzt kompromissbereit gezeigt.

«Schon heute sind die WĂ€lder in Deutschland und global ĂŒbernutzt mit entsprechend verheerenden Konsequenzen fĂŒr die BiodiversitĂ€t», so die UmweltverbĂ€nde in einer Mitteilung. «WĂ€lder drohen immer mehr zur CO2-Quelle zu werden.» Sie warnten: «WĂŒrde der globale Energiebedarf nur mit Holz gedeckt, wĂ€ren die WĂ€lder der Welt nach einem Jahr nahezu ausgelöscht.» Zudem sei die Nutzung von Holz zur WĂ€rmeerzeugung besonders ineffizient und setze unter anderem Feinstaub frei.

Holz dĂŒrfe nur in AusnahmefĂ€llen zum Heizen genutzt werden, wenn es keine Alternative gebe. «Wenn die Nachfrage nach Pellets weiter steigt, reichen die heimischen SĂ€gereste absehbar nicht aus und es muss verstĂ€rkt auf Importe zurĂŒckgegriffen werden. In vielen Pellet-ExportlĂ€ndern wie Estland oder RumĂ€nien mehren sich bereits jetzt Berichte ĂŒber EinschlĂ€ge in artenreichen NaturwĂ€ldern.»

@ dpa.de