Trump will bei US-Vorwahlen weiter abrÀumen
05.03.2024 - 16:49:51Am Montagabend (Ortszeit) fuhr der 77-JÀhrige bereits wie erwartet einen Sieg im US-Bundesstaat North Dakota ein - nach Prognosen der Sender Fox News und NBC kam er nach AuszÀhlung fast aller Stimmen auf nahezu 85 Prozent.
Seine als etwas gemĂ€Ăigter geltende Konkurrentin Nikki Haley, einst US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, kam auf gut 14 Prozent. Weitere Stimmen entfielen auf andere Kandidaten. Der 52-jĂ€hrigen Haley werden inzwischen keine Chancen mehr eingerĂ€umt, noch nennenswerte Erfolge einzufahren oder gar die Kandidatur fĂŒr ihre Partei zu gewinnen.
Sollte Ex-PrĂ€sident Trump in North Dakota erwartungsgemÀà am Ende der AuszĂ€hlung weiterhin mehr als 60 Prozent der Stimmen hinter sich versammelt haben, gehen alle Delegiertenstimmen des Bundesstaats an ihn. Im Rennen um die PrĂ€sidentschaftskandidatur hat North Dakota mit seinen rund 775 000 Einwohnerinnen und Einwohnern allerdings keine herausgestellte Bedeutung - es gibt hier nur 29 der insgesamt republikanischen 2429 Delegierten zu gewinnen. Anders verhĂ€lt es sich mit den Vorwahlen in ĂŒber einem Dutzend US-Bundesstaaten am "Super Tuesday": Zusammengerechnet geht es in diesen Abstimmungen um mehr als ein Drittel aller republikanischen Delegierten, die am Ende formell ĂŒber den Kandidaten entscheiden.
Der Tag gilt als wichtige Etappe im US-PrĂ€sidentschaftswahlkampf: Unter anderem in Alabama, Kalifornien, Colorado, Maine, Minnesota, North Carolina, Texas und Virginia stimmen Republikaner und Demokraten parteiintern darĂŒber ab, wer sie jeweils als PrĂ€sidentschaftskandidat Anfang November vertreten soll. Die offizielle Nominierung erfolgt dann bei Parteitagen im Sommer.
Dieses Mal dĂŒrfte der Abstimmungsmarathon am "Super Tuesday" jedoch weniger spannend als in frĂŒheren WahlkĂ€mpfen sein. Das Ergebnis zeichnet sich schon seit lĂ€ngerer Zeit ab: FĂŒr die Demokraten möchte Amtsinhaber Joe Biden erneut kandidieren. Der 81-JĂ€hrige hat innerhalb seiner Partei keine ernst zu nehmende Konkurrenz. Bei den Republikanern attestieren Umfragen Trump einen gewaltigen Vorsprung vor Haley. Diese hatte zwar am Sonntag erstmals eine Vorwahl fĂŒr sich entschieden - allerdings lediglich im Hauptstadtdistrikt Washington. Dieser gilt als Hochburg von Trump-Gegnern und fĂ€llt zahlenmĂ€Ăig nicht sehr ins Gewicht. Derzeit deutet also alles darauf hin, dass im November erneut Biden und Trump gegeneinander antreten dĂŒrften.
Neben dem Wahlsieg in North Dakota hatte Trump am Montag einen weiteren bedeutenden Erfolg fĂŒr sich verbuchen können. Der Republikaner wehrte erfolgreich Versuche seiner Gegner ab, ihn aus dem Rennen um die PrĂ€sidentschaft auszuschlieĂen. Der Supreme Court entschied einstimmig, dass Colorado und andere Bundesstaaten keine Befugnis haben, den Republikaner vom Wahlzettel der parteiinternen Vorwahlen zu streichen. Diese liege stattdessen beim US-Kongress. Dieser Teil der Entscheidung wurde nicht mehr einstimmig getroffen. Vier Richterinnen ging diese Festlegung zu weit. Mit der Entscheidung schaffte das Gericht kurz vor dem wichtigen Vorwahltag "Super Tuesday" Klarheit.
Die Entscheidung war zwar keine Ăberraschung, aber dennoch von groĂer Tragweite. KlĂ€ger versuchten seit einiger Zeit in verschiedenen Bundesstaaten, Trumps Teilnahme an den Vorwahlen zu verhindern und den Namen des 77-JĂ€hrigen von Wahlzetteln streichen zu lassen. Hintergrund der Auseinandersetzung ist der beispiellose Angriff auf den US-Parlamentssitz am 6. Januar 2021. AnhĂ€nger Trumps hatten damals gewaltsam das Kapitol in Washington gestĂŒrmt. Dort war der Kongress zusammengekommen, um den Sieg des Demokraten Biden bei der PrĂ€sidentenwahl von 2020 formal zu bestĂ€tigen. Den erkennt Trump bis heute nicht an./trö/DP/nas

