FDP, Haushaltsstreit

Auch FDP stellt im Haushaltsstreit lÀngere Verhandlungen in Aussicht

25.06.2024 - 09:41:49

Im Ringen um den nĂ€chsten Bundeshaushalt hat sich nach Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) auch die FDP offen fĂŒr einen lĂ€ngeren Verhandlungszeitraum bis Ende des kommenden Monats gezeigt.

"Es geht ja nicht prinzipiell um den 3. Juli, sondern darum, dass im Juli ein Haushalt vom Kabinett aufgestellt wird", sagte FDP-Fraktionschef Christian DĂŒrr am Dienstag im ZDF-"Morgenmagazin". Als Ziel hatte die Ampel bislang angegeben, den Kabinettsbeschluss zum Etat-Plan auf der Sitzung am kommenden Mittwoch zu fassen.

Am Montag hatte aber Scholz bereits mehr FlexibilitÀt beim Zeitplan angedeutet. Der Entwurf solle "im Juli" beschlossen werden, sagte er.

DĂŒrr beharrte aber auf den Forderungen seiner Partei. "Die Schuldenbremse muss eingehalten werden", sagte er. Anders als wĂ€hrend der Corona-Pandemie sei keine Notsituation mehr gegeben, die Deutschlands Steuereinnahmen belaste und dadurch Ausnahmen erlaube. Man mĂŒsse PrioritĂ€ten setzen und mit dem Geld der Steuerzahler auskommen. "Deswegen war ich dankbar, dass der Bundeskanzler das so klar noch mal gesagt hat."

Scholz hatte am Sonntag in der ARD geplante Einsparungen im Etat verteidigt. Zur Frage, eine Notlage wegen des Ukraine-Krieges festzustellen, um den Spielraum fĂŒr neue Schulden zu vergrĂ¶ĂŸern, sagte der Kanzler, es gehe jetzt darum, "erst mal seine Hausarbeiten zu machen und StĂŒck fĂŒr StĂŒck jeden einzelnen Haushaltsposten durchzugehen und nicht irgendwie sich den bequemen Ausweg zu suchen".

Linke Sozialdemokraten des Forums "Forum DL21" hatten zuvor beim SPD-Vorstand ein Mitgliederbegehren zu den Haushaltsverhandlungen auf den Weg gebracht. Sie wollen damit nach eigenen Worten HaushaltskĂŒrzungen etwa bei Kitas oder bei der Rente vermeiden.

Die Sprecherin der Parlamentarischen Linken der Sozialdemokraten, Wiebke Esdar, betonte am Dienstag wiederum die Geschlossenheit der Partei. "Niemand fĂ€llt dem Kanzler in den RĂŒcken", sagte die SPD-Politikerin im Deutschlandfunk. "Inhaltliche Zerrissenheit sehe ich bei der SPD ĂŒberhaupt nicht." Das habe die Bundestagsfraktion am Montag auch durch ein gemeinsames Statement aller drei SPD-FlĂŒgel zum Haushalt demonstriert.

Der eher konservativ orientierte Seeheimer Kreis, die Parlamentarische Linke und das progressive Netzwerk Berlin hatten sich in einer ErklĂ€rung gegen "das Dogma der Schwarzen Null" ausgesprochen. "Angesichts der außergewöhnlichen Notsituation in der Ukraine und den deutschen Flutgebieten sollten wir auch in diesem Jahr die Ausnahmeregelung der Schuldenbremse nutzen", hieß es in dem Schreiben, das die Gruppen unter anderem auf Instagram teilten.

"Diesen Haushalt wird es nicht um jeden Preis geben", sagte auch Esdar. Sie sei aber ĂŒberzeugt, dass es Gestaltungsspielraum gebe. "Ich bin sicher, dass der Kanzler den nutzen wird, so gut es geht - in der Koalition, die wir nun mal eben haben." Die Regierungsparteien setzten unterschiedliche PrioritĂ€ten, rĂ€umte sie sein. "Es wĂ€re schöner, wenn wir das mit weniger Streit hinbekĂ€men", sagte Esdar. Als Ampel "alles hinzuschmeißen", sei jedoch keine Option.

@ dpa.de