Einigung auf Pandemievertrag womöglich nÀchste Woche
Veröffentlicht am: 12.04.2025 um 21:05 Uhr | dpa.deDie Verhandler wollen am Dienstag erneut zusammenkommen, teilte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf mit. MitgliedslĂ€nder mĂŒssten einige vorgeschlagene Passagen zunĂ€chst mit ihren Regierungen besprechen. Der Vertrag soll bei der Weltgesundheitsversammlung im Mai in Genf verabschiedet werden.
Der Vertrag soll Chaos wie bei der Corona-Pandemie verhindern und unter anderem dafĂŒr sorgen, dass in einer Ă€hnlichen Situation Menschen in aller Welt gleichermaĂen zĂŒgig an Schutzmaterial und Impfstoffe kommen. FĂŒr die WHO ist klar: Die nĂ€chste Pandemie ist nur eine Frage der Zeit.
WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus lobte die Anstrengungen. "Die Verhandlungen gehen weiter", schrieb er auf der Plattform X. Die GesprÀche im Verhandlungsforum seien 24 Stunden nonstop gelaufen.
Gerechte Verteilung
Unter anderem sollen Gesundheitssysteme gestĂ€rkt werden, damit unbekannte Krankheiten frĂŒh erkannt und schnellstens bekĂ€mpft werden können. Sollte sich eine Pandemie entwickeln, soll die umgehende Entwicklung von Medikamenten und Impfstoffen und die gerechte Verteilung weltweit gesichert werden.
Die drastische KĂŒrzung der Entwicklungshilfegelder der USA und anderer LĂ€nder sowie der Austritt der USA aus der WHO machen dies umso schwieriger. Die USA deckten bislang rund 18 Prozent des WHO-Budgets.
Ein Knackpunkt ist Artikel 12 ĂŒber die gerechte Verteilung von Medikamenten und Impfstoffen. Bei der Corona-Pandemie wurde in reichen LĂ€ndern teils schon die dritte Impfung verabreicht, wĂ€hrend Menschen in armen LĂ€ndern noch auf den ersten Impfstoff warteten.
Was Pharmafirmen tun sollen
LĂ€nder sollen Proben von bei ihnen aufgetauchten Krankheitserregern zĂŒgig zur VerfĂŒgung stellen, aber von den mit Hilfe der Proben erstellten Impfstoffen und Medikamenten auch zĂŒgig profitieren können. Umstritten ist, wie viel Material Pharmafirmen umsonst oder zu kleinen Preisen zur VerfĂŒgung stellen sollen.
Der Vertrag wird nur in den LĂ€ndern gelten, die ihn ratifizieren. Er betont, dass die WHO keine MaĂnahmen wie Lockdowns anordnen kann. Dies obliegt wie bisher den nationalen Regierungen und Behörden.
