EU-Schuldenregeln Finanzminister, Einigungsversuch

EU-Schuldenregeln: Finanzminister starten neuen Einigungsversuch

20.12.2023 - 05:50:07

Im Streit um die ReformplĂ€ne fĂŒr die EU-Schuldenregeln unternehmen die Finanzminister der Mitgliedstaaten an diesem Mittwoch einen neuen Kompromissversuch.

In einer Videokonferenz (16.00 Uhr) wollen sie noch offene Streitpunkte ausrĂ€umen. Ob das kurzfristig anberaumte Sondertreffen die möglicherweise entscheidende Verhandlungsrunde fĂŒr eine politische Grundsatzeinigung sein kann, war zunĂ€chst offen.

Grundlage der Verhandlungen der EU-Staaten ist ein Vorschlag der EuropĂ€ischen Kommission von April, der statt einheitlicher Vorgaben beim Schuldenabbau individuelle Wege fĂŒr jedes Land vorsieht.

In den HauptstĂ€dten sind die VorschlĂ€ge umstritten. So waren etwa die EU-Wirtschaftsschwergewichte Deutschland und Frankreich mit sehr unterschiedlichen Positionen in die Verhandlungen gegangen. Berlin pochte etwa auf einheitliche Vorgaben fĂŒr den Schulden- und Defizitabbau hoch verschuldeter LĂ€nder - eine Forderung, die Paris lange Zeit ablehnte. Zuletzt kamen sich die NachbarlĂ€nder aber nĂ€her- nach einem Treffen Anfang Dezember sah Deutschland 92 Prozent allerFragen geklĂ€rt, Frankreich 95 Prozent.

Die derzeitigen Regeln schreiben vor, Schulden bei maximal 60 Prozent der Wirtschaftsleistung zu begrenzen und Haushaltsdefizite unter drei Prozent des jeweiligen Bruttoinlandsprodukts zu halten. Wegen der Corona-Krise sowie der Folgen des russischen Angriffs auf die Ukraine sind sie vorĂŒbergehend bis 2024 ausgesetzt. Eine RĂŒckkehr zu den alten Regeln wird als Gefahr fĂŒr die wirtschaftliche Erholung Europas gesehen.

@ dpa.de