Europa, Agrar

Weitreichendes EU-Naturschutzgesetz droht zu scheitern

27.06.2023 - 13:39:43

Im Umweltausschuss des EuropĂ€ischen Parlaments ist am Dienstag keine Mehrheit fĂŒr ein weitreichendes EU-Umweltschutzgesetz zusammengekommen. Wie geht es nun weiter?

Die PlĂ€ne fĂŒr ein weitreichendes EU-Umweltschutzgesetz drohen zu scheitern. Im Umweltausschuss des EuropĂ€ischen Parlaments kam am Dienstag keine Mehrheit fĂŒr das Projekt zusammen. Genau die HĂ€lfte der Ausschussmitglieder sprach sich fĂŒr, die andere HĂ€lfte gegen das Vorhaben aus, wie das Parlament am Dienstag mitteilte. Nun wird voraussichtlich im Juli im Plenum des EU-Parlaments ĂŒber das Vorhaben abgestimmt. Sollte es auch dort keine Mehrheit geben, könnte der Gesetzesvorschlag lĂ€nger auf Eis liegen.

Vor allem die Christdemokraten laufen Sturm gegen das Vorhaben, das die BedĂŒrfnisse von Bauern ihrer Ansicht nach zu wenig berĂŒcksichtigt. Aber auch die rechtsnationale ID-Fraktion, der etwa die AfD angehört, Konservative und Teile der Liberalen sind gegen das sogenannte Gesetz zur Wiederherstellung der Natur. Tausende Wissenschaftler, UmweltverbĂ€nde, Großunternehmen und selbst einige BauernverbĂ€nde sprechen sich wie etwa GrĂŒne und Sozialdemokraten hingegen fĂŒr das Gesetz aus.

Es soll Ökosysteme vor dem Kollaps bewahren. Dabei zielt es etwa darauf, trockengelegte Moore wieder zu vernĂ€ssen, WĂ€lder aufzuforsten und mehr GrĂŒn in StĂ€dte zu bringen. Damit soll unter anderem der Klimawandel eingedĂ€mmt und dem voranschreitenden Artensterben begegnet werden.

Bundesumweltministerin Steffi Lemke bezeichnete es als enttĂ€uschend dass der Ausschuss dem Gesetz nicht zugestimmt habe. In ganz Europa sei zu sehen und zu spĂŒren, wie sehr Natur und damit die Menschen bereits unter den Folgen der Klimakrise litten, sagte die GrĂŒnen-Politikerin. Den Christdemokraten warf sie Blockadepolitik vor.

Mit Blick auf die Abstimmung im Plenum forderte die GrĂŒnen-Europaabgeordnete Jutta Paulus: «Alle Europaabgeordneten, die fĂŒr den Schutz vor DĂŒrren, BrĂ€nden und Flutkatastrophen sowie fĂŒr die langfristige ErnĂ€hrungssicherheit einstehen, mĂŒssen das EU-Gesetz zur Rettung der Natur unterstĂŒtzen.» Ihre CDU-Amtskollegin Christine Schneider betonte hingegen, der Vorschlag werde zu weniger land- und forstwirtschaftlichen FlĂ€chen fĂŒhren «und damit unsere ErnĂ€hrungssicherheit gefĂ€hrden.»

@ dpa.de