'WSJ': Vermittler wollen in Gaza-Verhandlungen Zeit gewinnen
06.03.2024 - 06:13:02Die UnterhĂ€ndler der USA, Katars und Ăgyptens hĂ€tten bei ihrem Treffen am Dienstag in Kairo eine erst mal nur kurze Feuerpause vorgeschlagen, um Zeit fĂŒr weitere GesprĂ€che ĂŒber eine lĂ€ngere Waffenruhe zwischen Israel und der islamistischen Hamas zu gewinnen, berichtete die US-Zeitung "Wall Street Journal". Selbst wenn eine solche erste Feuerpause nur ein paar Tage dauern wĂŒrde, könnten beide Seiten zumindest deutlich machen, dass sie ernsthaft an einer lĂ€ngeren Vereinbarung interessiert seien, hieĂ es. US-PrĂ€sident Joe Biden betonte am Dienstag erneut, dass er eine vorĂŒbergehende Waffenruhe vor dem Fastenmonat Ramadan fĂŒr dringend notwendig hĂ€lt.
"Wenn wir in UmstÀnde geraten, unter denen das bis Ramadan weitergeht, dann könnte es sehr, sehr gefÀhrlich werden", sagte Biden in den USA. Der Ramadan beginnt um den 10. MÀrz. "Der Geisel-Deal ist im Moment in den HÀnden der Hamas", ergÀnzte Biden.
Israel und einige UnterhĂ€ndler glaubten, dass die Hamas die KĂ€mpfe eskalieren lassen wolle, um die Spannungen in der ganzen Region wĂ€hrend des fĂŒr Muslime heiligen Fastenmonats anzuheizen, schrieb das "Wall Street Journal". Die Hamas verweise ihrerseits auf die Drohung Israels, die geplante Bodenoffensive in Rafah an der SĂŒdgrenze Gazas zu starten, falls bis zum Ramadan keine Einigung zustande kommt. Israel will in Rafah die letzten verbliebenen Bataillone der Hamas zerschlagen. In der an Ăgypten grenzenden Stadt suchen derzeit rund 1,5 Millionen PalĂ€stinenser Schutz vor den KĂ€mpfen in anderen Teilen Gazas.
Die GesprĂ€che in Kairo sollen nach Angaben Ă€gyptischer Sicherheitskreise nun weitergehen. Laut dpa-Informationen sollen sie sogar in einem fortgeschrittenen Stadium sein. Sie könnten innerhalb von Tagen eine Waffenruhe sowie den Austausch israelischer Geiseln gegen palĂ€stinensische HĂ€ftlinge bringen, hieĂ es. In den vergangenen beiden Tagen habe die Hamas sich positiv mit VorschlĂ€gen aus Katar und Ăgypten auseinandergesetzt, sagte ein ranghoher Hamas-FunktionĂ€r am Dienstagabend in der libanesischen Hauptstadt Beirut. Er betonte die Position der Hamas: "Die Sicherheit unseres Volkes kann nur durch die Beendigung der Aggression, einen Waffenstillstand und den RĂŒckzug der Besatzungstruppen aus Gaza erreicht werden." Israel lehnt jedoch einen umfassenden Waffenstillstand bisher ab und strebt weiterhin eine Zerstörung der Hamas an. Aus israelischer Sicht ist daher im Rahmen einer Vereinbarung nur eine vorĂŒbergehende Feuerpause denkbar.

