Finanzausgleich: Nur vier LĂ€nder zahlen - Bayern am meisten
19.02.2025 - 06:22:46 | dpa.deGröĂter Einzahler war wieder einmal Bayern, der Freistaat stemmt mit rund 9,77 Milliarden Euro 52 Prozent des Gesamtvolumens und zahlt damit im Vergleich zum Vorjahr sieben Prozent mehr ein. Mehr als zwei Drittel des Geldes, 13,92 Milliarden Euro, flieĂen nach Ostdeutschland. Dies geht aus einer Vorlage des Bundesfinanzministeriums hervor, welche der Deutschen Presse-Agentur in MĂŒnchen vorliegt.
Bayern sieht sich in Kritik bestÀtigt
"Die offiziellen Zahlen des Bundesfinanzministeriums bestĂ€tigten unsere BefĂŒrchtungen", sagte Bayerns Finanzminister Albert FĂŒracker (CSU). Bayern mĂŒsse fĂŒr das Jahr 2024 ein weiteres Mal eine Zahllast auf Rekordniveau stemmen, wieder steuere der Freistaat ĂŒber die HĂ€lfte des gesamten Ausgleichsvolumens zur Solidargemeinschaft der BundeslĂ€nder bei. Dies gehe "zulasten unserer eigenen Finanzkraft und damit der BĂŒrgerinnen und BĂŒrger in Bayern". Die Daten seien erneut der Beweis, dass der Finanzkraftausgleich, wie der LĂ€nderfinanzausgleich offiziell genannt wird, "völlig aus dem Ruder gelaufen ist und eine grundsĂ€tzliche Ăberarbeitung nötig ist".
Drei weitere GeberlÀnder zahlen weniger als Bayern
Weitere GeberlĂ€nder sind Baden-WĂŒrttemberg (rund 5,03 Milliarden Euro), Hessen (3,73 Milliarden Euro) und Hamburg (106 Millionen Euro). Rheinland-Pfalz ist im vergangenen Jahr von der Seite der GeberlĂ€nder auf die Seite der NehmerlĂ€nder gewechselt, das Land erhielt 524 Millionen Euro ausgezahlt.
Profiteure sind Ost-BundeslÀnder, Niedersachsen und Bremen
GröĂtes EmpfĂ€ngerland blieb Berlin mit rund 3,94 Milliarden Euro, gefolgt von Sachsen (rund 3,25 Milliarden) und ThĂŒringen (2,04 Milliarden). Stark profitierten von der Umverteilung auch Sachsen-Anhalt (1,81 Milliarden), Brandenburg (1,44 Milliarden) und Mecklenburg-Vorpommern (1,42 Milliarden).
Unter den westlichen BundeslĂ€ndern sind Niedersachsen (1,53 Milliarden), Bremen (925 Millionen) und Nordrhein-Westfalen (847 Millionen) die gröĂten ZahlungsempfĂ€nger. An das Saarland gingen 630 Millionen Euro, gefolgt von Rheinland-Pfalz (524 Millionen) und Schleswig-Holstein (267 Millionen Euro).
2023 hat Bayern Klage in Karlsruhe eingereicht
Der LĂ€nderfinanzausgleich verteilt Gelder zwischen finanzstarken und finanzschwachen LĂ€ndern um und soll fĂŒr annĂ€hernd gleiche LebensverhĂ€ltnisse in Deutschland sorgen. Bayern hatte 2023 eine Klage gegen den LĂ€nderfinanzausgleich beim Bundesverfassungsgericht eingereicht, weil es seit Jahren das meiste Geld einzahlt. Wann das Gericht eine Entscheidung fĂ€llt, ist aber noch völlig offen.
FĂŒracker: Klage bietet Chance auf faires Ausgleichssystem
"Es war richtig und wichtig, gegen diesen untragbaren Zustand den Weg nach Karlsruhe zu beschreiten", betonte FĂŒracker. Die Klage biete die Chance auf ein Ausgleichssystem, "in dem SolidaritĂ€t und Fairness wieder im rechten VerhĂ€ltnis stehen". Ein Finanzausgleich, der ein derart eindeutiges Ungleichgewicht zu Lasten eines einzelnen Gebers seit Jahren fortschreibe, habe mit SolidaritĂ€t nichts mehr zu tun. "FĂŒr eine RĂŒckkehr zu einem gerechten Ausgleichssystem mĂŒssen auch NehmerlĂ€nder ihrer Eigenverantwortung deutlich stĂ€rker nachkommen", sagte FĂŒracker.
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