Immer mehr Rentner beziehen Grundsicherung
04.03.2024 - 06:08:42Ihre Zahl stieg von rund 414 000 Ende 2020 auf 469 000 im vergangenen September, wie aus einer Auswertung des Statistischen Bundesamts fĂŒr die AfD im Bundestag hervorgeht, die der Deutschen Presse-Agentur in Berlin vorliegt. Laut der Deutschen Rentenversicherung ist der Zuwachs hauptsĂ€chlich auf die Auswirkungen einer Freibetragsregelung zurĂŒckzufĂŒhren, wie eine Sprecherin erlĂ€uterte. Diese Freibetragsregelungen waren mit der Anfang 2021 gestarteten Grundrente eingefĂŒhrt worden. Das Ziel war, dass Menschen mit besonders geringem Lohn AltersbezĂŒge ĂŒber der Grundsicherung erhalten.
Wer mindestens 33 Jahre BeitrĂ€ge fĂŒr BeschĂ€ftigung, Erziehung oder Pflege geleistet, aber besonders wenig verdient hat, kann seit Januar 2021 einen zusĂ€tzlichen Freibetrag bei der Beantragung von Leistungen der Grundsicherung im Alter geltend machen. So sind 2021 bis zu 223 Euro der Rente bei der Grundsicherung anrechnungsfrei geblieben, 2023 bis zu 251 Euro. "Wer also mit seinem Einkommen bisher knapp ĂŒber einem Grundsicherungsanspruch lag, kann durch den neuen (jĂ€hrlich steigenden) Freibetrag anspruchsberechtigt werden", sagte die Sprecherin. "Damit erklĂ€rt sich die Zunahme der Zahlen."
Mehr Senioren mit Grundsicherung im Alter
2010 bezogen erst 283 000 Rentnerinnen und Rentner Grundsicherung im Alter. FĂŒnf Jahre spĂ€ter waren es bereits ĂŒber 414 000 und Ende 2022 rund 454 000 - davon 249 000 Frauen und 205 000 MĂ€nner. Die Sprecherin der Rentenversicherung sagte: "Bei insgesamt rund 16,3 Millionen Bezieherinnen und Beziehern einer Altersrente (Ende 2020/2021 jeweils rund 16,2 Millionen) entspricht dies einer Grundsicherungsquote von rund 2,8 Prozent (Ende 2020/2021 rund 2,6/2,7 Prozent).
Insgesamt war die Zahl der Senioren mit Grundsicherung im Alter in den vergangenen Jahren gestiegen. So waren Ende 2020 mehr als 564 000 Menschen in Deutschland auf die staatliche Grundsicherung angewiesen - der höchste Wert zum Jahresende seit der EinfĂŒhrung der Leistung 2003.
AfD: Politik fördert prekÀre BeschÀftigung
Der AfD-Abgeordnete RenĂ© Springer, der die Anfrage gestellt hatte, nannte den Anstieg bei den Rentnern, die auf Grundsicherungsleistungen angewiesen sind, "Ergebnis einer Politik, die prekĂ€re BeschĂ€ftigung fördert und den stĂ€ndig steigenden Lebenshaltungskosten nichts entgegenzusetzen hat". Zentrale Aufgabe deutscher Sozialpolitik mĂŒsse es sein, Altersarmut am Ende eines langen Erwerbslebens effektiv zu verhindern.

