Insolvenzen steigen weiter krÀftig
14.03.2025 - 08:58:25In der Dauerrezession ist die Zahl der Firmenpleiten in Deutschland erneut krĂ€ftig gestiegen. FĂŒr Februar verzeichnet das Statistische Bundesamt 12,1 Prozent mehr angemeldete Insolvenzverfahren als im Vorjahreszeitraum. Mit Ausnahme des Monats Juni 2024 waren damit die Zuwachsraten seit Juni 2023 immer zweistellig.Â
Die Verfahren flieĂen erst nach der ersten Entscheidung des Insolvenzgerichts in die Statistik ein, wie die Behörde betont. Der tatsĂ€chliche Zeitpunkt des Insolvenzantrags liege oft annĂ€hernd drei Monate davor.
So viele Pleiten wie seit 2015 nicht mehr
FĂŒr das Gesamtjahr 2024, fĂŒr das nun endgĂŒltige Daten vorliegen, meldeten die Amtsgerichte 21.812 beantragte Firmeninsolvenzen. Das waren 22,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, als schon eine Steigerungsrate von 22,1 Prozent registriert worden war. Eine höhere Insolvenzzahl hatte es zuletzt im Jahr 2015 mit 23.101 FĂ€llen gegeben.Â
Die Forderungen der GlĂ€ubiger haben sich 2024 auf und 58,1 Milliarden Euro mehr als verdoppelt, nach 26,6 Milliarden Euro im Vorjahr. Der hohe Anstieg sei auf viel mehr GroĂinsolvenzen mit Forderungssummen oberhalb von 25 Millionen Euro zurĂŒckzufĂŒhren. Ihre Zahl stieg um 127,5 Prozent auf 314 FĂ€lle.Â
Bezogen auf 10.000 Unternehmen gab es im vergangenen Jahr 63,5 Firmeninsolvenzen, die meisten in den Branchen Verkehr und Lagerei, Bau sowie sonstige wirtschaftliche Dienstleistungen wie zum Beispiel Leiharbeit. Die Zahl der Verbraucherpleiten stieg anders als die der Unternehmensinsolvenzen nur leicht um 6,5 Prozent auf 71.207.
Insolvenzwelle könnte 2025 weiter anschwellen
Experten erwarten weiteren Anstieg der Firmenpleiten in Deutschland im laufenden Jahr. Mit bis zu 26.000 Unternehmensinsolvenzen rechnet der Informationsdienstleister Crif. Die Liste der Probleme sei lang, sagt Crif-Deutschland-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Frank Schlein: hohe Energiekosten, Herausforderungen in den Lieferketten, politische Unsicherheit. Mit den zunehmenden GroĂinsolvenzen sei auch mit «Dominoeffekten» bei verbundenen Unternehmen zu rechnen.Â
Nach einer frĂŒheren EinschĂ€tzung der Wirtschaftsauskunftei Creditreform könnte die Zahl der Firmenpleiten im laufenden Jahr sogar den Höchststand des Krisenjahres 2009 mit mehr als 32.000 FĂ€llen erreichen. Das Leibniz-Institut fĂŒr Wirtschaftsforschung Halle (IWH) sieht hingegen FrĂŒhindikatoren, dass der Anstieg der Firmenpleiten stagnieren oder sogar leicht zurĂŒckgehen könnte.


