Immer noch keine Klarheit ĂŒber neuen Digitalpakt
21.08.2024 - 12:59:59"Wir sind jetzt an dem Punkt, dass mit dem Haushaltsentwurf des Bundes leider immer noch keine Klarheit besteht, wie der nĂ€chste Digitalpakt aussieht", sagte die PrĂ€sidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), Saarlands Bildungsministerin Christine Streichert-Clivot (SPD), am Mittwoch in SaarbrĂŒcken. Die LĂ€nder seien mittlerweile "ausgesprochen ungeduldig." Man habe am 2. September eine Sondersitzung der KMK einberufen, um auch darĂŒber zu beraten, wie der neue Digitalpakt mit dem Bund zu Ende verhandelt werden könne.
Seit Monaten dringen die LĂ€nder beim Bund auf Klarheit ĂŒber die Finanzierung der geplanten Neuauflage des milliardenschweren Förderprogramms. Die KMK fordert vom Bund, ab 2025 jĂ€hrlich mindestens 1,3 Milliarden Euro zur Finanzierung und Weiterentwicklung der digitalen Infrastruktur bereitzustellen.
Bei dem ersten Digitalpakt, der im Mai auslief, hatte der Bund 90 Prozent der Ausgaben fĂŒr die Digitalisierung in Schulen wie Laptops und digitale Tafeln finanziert. Die restlichen zehn Prozent hatten LĂ€nder und Kommunen getragen. KĂŒnftig will der Bund eine 50/50-Finanzierung. Das ĂŒberfordere die LĂ€nder, sagte Streichert-Clivot.
"Uns wĂ€re sehr daran gelegen, wenn zum neuen Jahr, also zum Januar 2025, ein verlĂ€ssliches Ergebnis da ist, mit dem man starten kann", sagte die KMK-PrĂ€sidentin. "Ich glaube, der Bund kann es sich nicht leisten, aus diesem Programm auszutreten." Die Digitalisierung spiegele die "gesamte LebensrealitĂ€t alle Menschen" wider und mĂŒsse Bestand haben in den LĂ€ndern.
Noch keine Entwarnung
"Deswegen bin ich nach wie vor zuversichtlich." Allerdings hĂ€tten bisherige GesprĂ€che und Briefwechsel mit der Bundesministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) nicht dazu gefĂŒhrt, "dass wir mit Blick auf die finanzielle Lage des Digitalpakt 2.0 Entwarnung geben können von der LĂ€nderseite", sagte Streichert-Clivot.
Die Unklarheit, wie die Finanzierung weitergehe, fĂŒhre in den LĂ€ndern zu Verzögerungen wichtiger Entscheidungen. "Ich glaube, es gibt kein nachhaltigeres Programm, das in der Lage ist, bestehende Strukturen, die es in den LĂ€ndern gibt, zu stĂ€rken", sagte die Ministerin. Am ersten Digitalpakt hatte sich der Bund seit 2019 mit 6,5 Milliarden Euro beteiligt.

