Immobilienmarkt Niedersachsen: Preise stabilisieren sich im Frühjahr 2026
14.05.2026 - 23:38:44 | boerse-global.de
Die Phase starker Preisrückgänge ist vorbei, stattdessen zeichnet sich eine moderate Erholung ab.
Aktuelle Daten von Immowelt belegen: Der durchschnittliche Quadratmeterpreis für Eigentumswohnungen liegt bei 2.624 Euro – ein Plus von 3,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Betrachtet man die letzten sechs Monate, ergibt sich ein Zuwachs von 1,3 Prozent. Die Preisspanne bleibt jedoch enorm: Während günstige Angebote bei rund 1.554 Euro pro Quadratmeter starten, kosten Spitzenlagen bis zu 4.573 Euro.
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Bei Ein- und Zweifamilienhäusern sieht es ähnlich aus. Der mittlere Quadratmeterpreis liegt bei 2.197 Euro, ein leichtes Plus von 0,26 Prozent zum Vorquartal. Analysten von Engel & Völkers bestätigen diesen Trend. Ein gebrauchtes Eigenheim kostet im Schnitt rund 270.000 Euro. Zum Vergleich: Auf dem Höhepunkt des Marktes 2022 waren es noch 300.000 Euro.
Hannover bleibt das teuerste Pflaster
Die Landeshauptstadt führt das Preisranking mit deutlichem Abstand an. Ein Ein- oder Zweifamilienhaus kostet hier im Schnitt 650.000 Euro – vier Prozent mehr als im Vorjahr. Ein Haushalt muss statistisch gesehen rund zwölf Jahresnettoeinkommen aufbringen, um sich ein gebrauchtes Haus zu leisten.
Hinter Hannover folgen Göttingen (525.000 Euro) und Osnabrück (490.000 Euro). Auch der Landkreis Harburg im Hamburger Speckgürtel zählt mit 510.000 Euro zu den teuren Regionen. Ganz anders sieht es in Salzgitter aus: Hier kosten gebrauchte Eigenheime im Schnitt 300.000 Euro, etwa das Fünfeinhalbfache eines örtlichen Jahresnettoeinkommens. Wilhelmshaven ist noch günstiger: Reihenhäuser und Doppelhaushälften gibt es dort für durchschnittlich 222.500 Euro.
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Neubau unter Druck: Baupreise steigen weiter
Während sich der Bestandsmarkt erholt, bleibt die Neubausituation angespannt. Das Landesamt für Statistik Niedersachsen meldet für Mai einen Anstieg der Baupreise um 2,2 Prozent im Jahresvergleich. Besonders heftig traf es Ausbauarbeiten mit plus 4,0 Prozent. Dämm- und Brandschutzarbeiten legten sogar um 11,4 Prozent zu, Heizanlagen um 8,8 Prozent. Einzige Lichtblicke: Betonarbeiten wurden 0,6 Prozent günstiger, Mauerarbeiten um 2,0 Prozent.
Die hohen Kosten bremsen den Neubau massiv. Im vergangenen Jahr wurden landesweit rund 22.500 neue Wohnungen fertiggestellt – ein Rückgang von einem Fünftel. Besonders dramatisch war der Einbruch in Hannover: Die Zahl fertiggestellter Geschosswohnungen fiel von rund 3.700 auf nur noch 800. Die Marktaktivität verlagert sich daher zunehmend auf Bestandsimmobilien.
Land setzt auf Bürokratieabbau
Die Landesregierung unter Ministerpräsident Olaf Lies versucht gegenzusteuern. Eine novellierte Bauordnung soll durch weniger Vorschriften und vereinfachte Standards das Bauen schneller und günstiger machen. Kernstück: die bis 2026 befristete Genehmigungsfiktion. Bleibt ein Bauantrag im vereinfachten Verfahren drei Monate unbearbeitet, gilt er automatisch als genehmigt.
Zudem hat das Land den Kreis der Kommunen ausgeweitet, in denen Mietpreisbremse und Baulandmobilisierung greifen. Die neu gegründete Landeswohnungsgesellschaft WohnRaum Niedersachsen hat erste Projekte gestartet. Doch Lies warnt: EU-Vorgaben zur Klimaneutralität könnten das Bauen durch die Hintertür wieder verteuern.
Ausblick: Stabile Preise, knappes Angebot
Branchenexperten rechnen für den weiteren Jahresverlauf mit einer Fortsetzung des Trends. Die Talsohle bei den Transaktionszahlen scheint durchschritten. Im letzten Berichtszeitraum stieg die Zahl der Kaufverträge um rund zehn Prozent auf 94.600 Abschlüsse. Haupttreiber waren Eigentumswohnungen mit einem Plus von 18,6 Prozent.
Eine grundlegende Entspannung am Mietmarkt oder sinkende Kaufpreise? Kurzfristig nicht in Sicht. Die Zahl der Baugenehmigungen bleibt niedrig, das Angebot an neuem Wohnraum wird knapp bleiben. Die gesunkenen Bauzinsen haben zwar die Nachfrage belebt, doch hohe Baukosten und fehlende Flächen in Ballungsräumen bremsen das Wachstum. Für Kaufinteressenten heißt das: stabile Preise mit leichten Aufwärtstendenzen und intensiver Wettbewerb um attraktive Bestandsimmobilien.
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