Immobiliensteuern: Bis zu 10 Prozent Abschreibung für Neubau
28.06.2026 - 06:31:31 | boerse-global.de
Besonders Paragraf 7b im Einkommensteuergesetz (EStG) rückt in den Fokus.
Bis zu zehn Prozent im ersten Jahr
Investoren können eine Sonderabschreibung von fünf Prozent mit der degressiven Abschreibung von ebenfalls fünf Prozent kombinieren. Im ersten Jahr nach Fertigstellung sind so bis zu zehn Prozent der Anschaffungs- oder Herstellungskosten absetzbar.
Die Regeln sind streng: Gefordert wird der Standard Effizienzhaus 40 (EH40) mit dem Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG). Die Kostengrenze liegt bei 5.200 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Zudem gilt eine zehnjährige Mietbindung. Bauanträge müssen bis Ende September 2029 gestellt sein.
Ein Rechenbeispiel zeigt die Dimension: Bei Gebäudekosten von 850.000 Euro sind im ersten Jahr 85.000 Euro Abschreibung möglich. Nach vier Jahren summiert sich der Betrag auf 320.000 Euro. Beim Spitzensteuersatz entstehen so erhebliche Liquiditätsvorteile.
Bauwende in Sicht? DIW prognostiziert Wachstum
Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) sieht Licht am Ende des Tunnels. Nach fünf Jahren Flaute könnte das Bauvolumen 2026 erstmals wieder preisbereinigt wachsen. Die Ökonomen erwarten ein Plus von 1,7 Prozent für 2026 und 3,4 Prozent für 2027.
Um von den neuen steuerlichen Möglichkeiten wie der degressiven AfA optimal zu profitieren, sollten Immobilienbesitzer ihre Strategie genau planen. Dieser kostenlose PDF-Ratgeber erklärt Schritt für Schritt, wie Sie sich jetzt den maximalen Steuervorteil sichern. Degressive AfA: Jetzt maximalen Steuervorteil sichern
Besonders der Wohnungsneubau soll anziehen: Hier prognostiziert das DIW für 2027 ein Wachstum von 6,1 Prozent. Das gesamte Bauvolumen könnte bis dahin auf über 600 Milliarden Euro steigen – etwa ein Achtel der Wirtschaftsleistung.
Doch die Forscher warnen: Die staatlichen Fördermilliarden könnten die Preise im Bausektor weiter treiben. Bereits Ende 2025 lagen die Mietsteigerungen mit vier Prozent doppelt so hoch wie die allgemeine Inflation. In Berlin weist der Mietspiegel 2026 einen Median von 7,71 Euro pro Quadratmeter aus. Vonovia erhöhte zuletzt um durchschnittlich 4,8 Prozent.
Neue Quartiere entstehen – von Leipzig bis Ingolstadt
Trotz schwieriger Marktlage laufen deutschlandweit Projekte an. In Leipzig legten Beteiligte den Grundstein für 69 Mietwohnungen im Stadtteil Dölitz-Dösen. Fertigstellung: Ende 2028.
Steigende Mieten und neue Mietspiegel-Daten stellen Vermieter vor die Herausforderung, ihre Preise korrekt und rechtssicher einzuordnen. Erfahren Sie im neuen Gratis-Report 2026, wie Sie Ihre Mietpreise fair anpassen und teure Fehler bei der Begründung vermeiden. Mietspiegel-Report 2026 kostenlos herunterladen
In Berlin-Marzahn feierte man Richtfest für 140 neue Einheiten. Die Hälfte ist öffentlich gefördert, der Bezug soll im zweiten Quartal 2027 erfolgen. In Ingolstadt plant die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) ein autofreies Quartier mit rund 100 bezahlbaren Wohnungen in modularer Bauweise.
Alpenraum reagiert auf Wohnungsnot
Auch die Politik im Süden wird aktiv. Die Südtiroler Landesregierung hob Ende Juni 2026 die Preisobergrenzen für förderbare Wohnungen an – rückwirkend zum Februar. Für Einzelpersonen liegt die Grenze nun bei 651.000 Euro. Gleichzeitig sank die Bindungsquote für Einheimische auf 60 Prozent. Ziel: die Abwanderung aus strukturschwachen Gemeinden bremsen.
Das Land Tirol zog für das erste Halbjahr 2026 eine positive Bilanz. Insgesamt flossen 225,7 Millionen Euro in Neubau und Sanierung. Der Schwerpunkt lag auf Energieeffizienz.
