Deutlich, GeschÀft

Deutlich mehr GeschÀft: DHL setzt sich hohe Ziele

24.09.2024 - 11:46:17

In Corona-Zeiten konnte sich der Paketdienst DHL vor AuftrÀgen kaum retten, inzwischen hat sich die Nachfrage normalisiert. Wie geht es langfristig weiter?

  • Die DHL Group hat weltweit rund 600.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. - Foto: Thomas Banneyer/dpa

    Thomas Banneyer/dpa

  • Sieht seine Firma weiter im Aufwind: DHL-Chef Tobias Meyer. - Foto: Hendrik Schmidt/dpa

    Hendrik Schmidt/dpa

Die DHL Group hat weltweit rund 600.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. - Foto: Thomas Banneyer/dpaSieht seine Firma weiter im Aufwind: DHL-Chef Tobias Meyer. - Foto: Hendrik Schmidt/dpa

Der Paketdienst DHL, der frĂŒher Deutsche Post hieß, möchte sein GeschĂ€ft in den kommenden Jahren deutlich ausbauen. Wie aus einer neuen Konzernstrategie hervorgeht, soll der Umsatz bis zum Ende dieses Jahrzehnts um die HĂ€lfte wachsen. Im Jahr 2023 kam das Unternehmen auf Erlöse von knapp 82 Milliarden Euro, 2030 sollen es mehr als 120 Milliarden Euro sein.

Im Schnitt dieses Sieben-Jahre-Zeitraums wĂ€re das ein Plus von knapp sechs Prozent pro Jahr. Das sei ein anspruchsvolles Wachstumsziel deutlich oberhalb der Entwicklung des Bruttosozialprodukts, sagt Konzernchef Tobias Meyer. «Wir wollen schneller und profitabler wachsen.» Ein Gewinnziel fĂŒr 2030 setzt sich das Management nicht.

Vorstand hÀlt an Kurzfrist-Prognose fest

Aktuell macht die schwĂ€chelnde Konjunktur dem Logistikriesen zu schaffen. Auf die Frage, was denn mit dem schon vor lĂ€ngerer Zeit festgelegten Ziel fĂŒr das Jahr 2024 sei, erklĂ€rt FinanzvorstĂ€ndin Melanie Kreis: «Uns ist klar, dass unsere Prognose fĂŒr dieses Jahr von vielen angezweifelt wird.» Sie basiere auf einer Erwartung, die sehr stark von der GeschĂ€ftsentwicklung im vierten Quartal abhĂ€ngig sei. «Wir sind hier auf einem sehr guten Weg.» 

In den Monaten November und Dezember werden traditionell am meisten Pakete verschickt. Dann kaufen die Menschen online Weihnachtsgeschenke oder sie gehen bei Rabattaktionen wie dem Black Friday auf SchnĂ€ppchenjagd - daher ist das vierte Quartal fĂŒr Paketdienste wie DHL die wichtigste Zeit des Jahres. 

ZukÀufe möglich

Beim erwarteten Umsatzwachstum in den kommenden Jahren liegt der Fokus Firmenangaben zufolge auf Wachstum aus eigener Kraft, es sind aber auch ZukĂ€ufe möglich. Ein wichtiger Wachstumstreiber soll der Online-Handel sein, der die Paketmengen schon seit langem in die Höhe schnellen lĂ€sst. Auch tiefgekĂŒhlte Speziallagerungen fĂŒr den Pharmamarkt sowie der Transport von WindrĂ€dern und Logistikdienste fĂŒr BatteriegeschĂ€fte sollen eine Rolle spielen. 

Die DHL Group hat weltweit rund 600.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, gut ein Drittel davon in Deutschland. FrĂŒher hieß das Unternehmen Deutsche Post DHL, im vergangenen Jahr hat es sich umbenannt.

Briefmenge wird weiter sinken

Im nationalen BriefgeschÀft, das im Internetzeitalter schrumpft, tritt es noch als Deutsche Post auf. Und wie ist die Perspektive in Deutschland? Die beförderte Briefmenge sank im vergangenen Jahr um 5,6 Prozent auf 12,5 Milliarden, die Paketmenge stieg hingegen um 3,8 Prozent auf 1,7 Milliarden. Auf die Frage, ob das BriefgeschÀft nicht ein sterbender Schwan sei, sagt DHL-Chef Meyer: «Es schrumpft, aber es stirbt nicht - wir werden noch sehr lange Briefe haben.»

WÀhrend der Brief schrittweise durch digitale Kommunikation ersetzt werde, steige der Bedarf nach Paketen. Diese beiden Trends werden sich fortsetzen, macht Meyer deutlich. FinanzvorstÀndin Melanie Kreis betont, dass der GeschÀftsbereich Post & Paket Deutschland «ausgezeichnet» in das Logistikportfolio des Konzerns passe. 

Rechtliche Struktur wird «entwirrt»

Weiterhin kĂŒndigte der Dax-Konzern eine Änderung der rechtlichen Struktur an. Demnach sollen die Konzernbereiche E-Commerce sowie Post und Paket Deutschland zukĂŒnftig als eigenstĂ€ndige Gesellschaften gefĂŒhrt werden, Ă€hnlich den bereits bestehenden Gesellschaften. Konzernchef Meyer spricht von der "Entwirrung eines WollknĂ€uels". Seiner EinschĂ€tzung nach handelt es sich um eine technische Maßnahme, von der weder Kunden noch Angestellte viel mitbekommen dĂŒrften. 

 

@ dpa.de