LÀnder-Widerstand gegen Ablösung von Kirchenzahlungen
30.06.2024 - 14:43:19Das ergibt eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur.
"Die MinisterprĂ€sidentenkonferenz hat sich in der Vergangenheit mit dem Vorhaben befasst und steht ihm kritisch gegenĂŒber", heiĂt es beispielsweise aus Brandenburg. "Bislang ist kein fĂŒr alle Beteiligten konsensfĂ€higes Ablöse-Modell bekannt", teilt ein Sprecher des Ministeriums fĂŒr Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg mit.
Und: "Die Ablösung durch die Aufbringung eines EntschÀdigungsbetrages- sei es als Einmalzahlung, sei es in Raten - wÀre gegenwÀrtigangesichts multipler Krisen und ihrer finanziellen Auswirkungen kaum umsetzbar."
Aus Nordrhein-Westfalen heiĂt es: "Angesichts der finanziellen und gesellschaftlichen Dimension des Vorhabens sowie anderweitiger akuter Herausforderungen besteht im LĂ€nderkreis nach wie vor Einvernehmen, dass noch viele Fragen zu klĂ€ren sind, bevor GesprĂ€che fĂŒr eine VerstĂ€ndigung in den Blick genommen werden können."
Die Kirchen in Deutschland bekommen die Staatsleistungen fĂŒr die Enteignung deutscher Kirchen und Klöster Anfang des 19. Jahrhunderts im Rahmen der SĂ€kularisierung. AuĂer Hamburg und Bremen zahlen deshalb alle BundeslĂ€nder eine jĂ€hrliche Summe an die katholische und die evangelische Kirche. Das ist ĂŒber jeweilige VertrĂ€ge - wie beispielsweise das bayerische Konkordat - geregelt. Zuletzt waren es bundesweit insgesamt rund 550 Millionen Euro pro Jahr.
Die Ampel-Regierung will die Kirchen nun auszahlen und Kirche und Staat so entflechten. Auch die Oppositions-Fraktionen im Bundestag, Union und AfD, sprechen sich in seltener EinmĂŒtigkeit dafĂŒr aus.
Aufbringen mĂŒssten wohl die LĂ€nder die Summe. Bayerns MinisterprĂ€sident Markus Söder (CSU) hatte erst kĂŒrzlich gefordert, die Diskussion um die Staatsleistungen komplett zu beenden. Er wolle, "dass das endgĂŒltig auf Eis gelegt wird", so Söder. Das sĂ€hen auch die meisten seiner MinisterprĂ€sidentenkollegen so.

