ROUNDUPRobuster, US-Arbeitsmarkt

Starker Stellenzuwachs und höhere Löhne

07.06.2024 - 15:19:35

In den USA hat ein unerwartet starker Anstieg der BeschĂ€ftigung und ein ĂŒberraschend krĂ€ftiger Lohnzuwachs einmal mehr die robuste Lage auf dem Arbeitsmarkt bekrĂ€ftigt.

Die Hoffnung auf Zinssenkungen schwindet damit in den USA. Im Mai stieg die Zahl der BeschĂ€ftigten außerhalb der Landwirtschaft um 272 000, wie das Arbeitsministerium am Freitag in Washington mitteilte. Analysten hatten im Schnitt nur mit 180 000 neuen Jobs gerechnet.

Zwar wurde der BeschĂ€ftigungsaufbau in den beiden Vormonaten um insgesamt 15 000 Stellen nach unten revidiert. Ein ĂŒberraschend starkes Lohnwachstum deutet aber weiter auf eine robuste Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt der grĂ¶ĂŸten Volkswirtschaft der Welt hin.

Die durchschnittlichen Stundenlöhne stiegen gegenĂŒber dem Vormonat um 0,4 Prozent, wie das US-Arbeitsministerium mitteilte. Im Vormonat hatte das Wachstum lediglich 0,2 Prozent betragen. Analysten hatten im Schnitt einen Zuwachs um 0,3 Prozent erwartet.

Viele US-Firmen klagen seit lĂ€ngerer Zeit ĂŒber einen Mangel an ArbeitskrĂ€ften, weshalb die Löhne anziehen. Auch im Jahresvergleich zog der Lohnauftrieb an. Zum Vorjahresmonat stiegen die Löhne um 4,1 Prozent, nach revidiert 4,0 (zunĂ€chst 3,9) Prozent im Monat zuvor. Erwartet wurde fĂŒr den Mai ein Plus von 3,9 Prozent.

Dagegen ist die Arbeitslosenquote im Mai ĂŒberraschend gestiegen. Sie legte um 0,1 Prozentpunkte auf 4,0 Prozent zu und erreichte den höchsten Stand seit Anfang 2022. Im lĂ€ngeren Vergleich bleibt die Arbeitslosigkeit aber weiterhin niedrig.

Die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt gilt als mitentscheidend fĂŒr die Geldpolitik der US-Notenbank Fed. Ein robuster Arbeitsmarkt kann zu deutlicheren LohnzuwĂ€chsen fĂŒhren und den allgemeinen Preisanstieg verstĂ€rken.

Die US-Notenbank wird an diesem Mittwoch ihre Zinsentscheidung veröffentlichen. Vor dem Hintergrund einer weiter hartnĂ€ckigen Inflation in den USA wird keine Zinssenkung erwartet. Vielmehr dĂŒrfte sich die Fed mit der Zinswende noch etwas Zeit lassen.

An den FinanzmÀrkten haben die Arbeitsmarktdaten die Spekulation auf weiter hohe Zinsen in den USA verstÀrkt, was dem US-Dollar krÀftigen Auftrieb verlieh. Der Euro geriet im Gegenzug unter Druck und fiel auf ein Tagestief bei 1,0821 US-Dollar. Eine starke Reaktion zeigte sich auch bei US-Staatsanleihen. Hier legten die Renditen kurz vor dem Wochenende krÀftig zu.

@ dpa.de