Trump, Ausweitung

Trump ordnet Ausweitung von Razzien gegen Migranten an

16.06.2025 - 06:30:28

In der aufgeheizten Debatte um seine Migrationspolitik legt US-PrÀsident Donald Trump nach.

Der Republikaner wies die Einwanderungsbehörde ICE in einem langen Beitrag auf seiner Plattform Truth Social an, Festnahmen und Abschiebungen insbesondere in den demokratisch regierten Metropolen Los Angeles, Chicago und New York auszuweiten. Die Beamten mĂŒssten "alles in ihrer Macht Stehende tun" fĂŒr die "grĂ¶ĂŸte Massenabschiebung in der Geschichte". An ICE und weitere Behörden appellierte Trump: "Erledigt den Job!"

In etlichen US-StĂ€dten war es in den vergangenen Tagen zu Protesten gegen Trumps Migrationspolitik gekommen. Die Demonstrationen wurden intensiver und mĂŒndeten vereinzelt in Krawalle, nachdem der PrĂ€sident Nationalgardisten und Marineinfanteristen in den Großraum Los Angeles entsandt hatte - gegen den ausdrĂŒcklichen Willen des kalifornischen Gouverneurs Gavin Newsom, der als möglicher Kandidat der Demokraten fĂŒr die PrĂ€sidentschaftswahl 2028 gilt.

Massenabschiebungen als Wahlkampfversprechen

Massenabschiebungen waren ein zentrales Wahlkampfversprechen Trumps. Razzien und Festnahmen werden seit seinem Amtsantritt öffentlichkeitswirksam inszeniert: mit Pressemitteilungen, Fotos der Betroffenen und regelmĂ€ĂŸigen Updates ĂŒber den Vollzug. Ein Dorn im Auge sind Trump bei seinem harten Kurs sogenannte Sanctuary Cities - also StĂ€dte, die sich teils mehr, teils weniger vehement weigern, mit ICE zu kooperieren. Dazu zĂ€hlen auch Los Angeles, New York und Chicago.

SchĂ€tzungen zufolge leben rund elf Millionen Menschen ohne gĂŒltige Papiere in den USA. Viele von ihnen leisten fĂŒr die US-Wirtschaft unverzichtbare Arbeit - etwa in der Landwirtschaft, im Baugewerbe und in der Gastronomie.

Vor diesem Hintergrund nahm Trump kĂŒrzlich eine Kurskorrektur vor: Die "New York Times" berichtete unter Berufung auf Regierungsmitarbeiter, ICE sei intern angewiesen worden, Razzien und Festnahmen in Landwirtschaftsbetrieben, Hotels und Restaurants weitgehend auszusetzen. Das zustĂ€ndige Heimatschutzministerium bestĂ€tigte die Recherche der Zeitung. Trump selbst verwies bei Truth Social auf die Sorgen von Landwirten und Hoteliers, denen verlĂ€ssliche ArbeitskrĂ€fte genommen wĂŒrden.

@ dpa.de