Arbeitsmarkt, Gesundheit

HausÀrzte warnen vor Abschaffung der telefonischen Krankschreibung

21.01.2026 - 00:00:00

In der Debatte um die Höhe des Krankenstandes in Deutschland haben die HausĂ€rzte die schwarz-rote Koalition davor gewarnt, die Krankschreibung per Telefon wieder abzuschaffen."Alle bisherigen Auswertungen der Krankenkassen bestĂ€tigen, dass die telefonische Krankschreibung nicht zu einem höheren Missbrauch bei Krankschreibungen fĂŒhrt", sagte der Vorsitzende des HausĂ€rzteverbandes, Markus Beier, dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland"."Wer die telefonische Krankschreibung abschafft, der trĂ€gt die Verantwortung dafĂŒr, dass sich in Zukunft wieder unzĂ€hlige Patientinnen und Patienten ohne Not in die Praxen schleppen mĂŒssen", mahnte der Mediziner.Beier sprach von einem bewĂ€hrten Instrument zum BĂŒrokratieabbau.

"Sie entlastet unsere Praxen und schĂŒtzt unsere Patientinnen und Patienten vor Ansteckungen im Wartezimmer", sagte er dem RND und versicherte: "Sie ist kein regelfreier Raum, wie gerne behauptet wird."

Der Verbandschef warf den Arbeitgebern vor, deren Forderung nach Abschaffung der Telefon-Krankschreibung habe keine belastbare Grundlage. "Es bleibt nur zu hoffen, dass die Politik sich an die Fakten hĂ€lt, statt auf das ArbeitgebermĂ€rchen hereinzufallen", sagte er. Beier stellte klar, dass es fĂŒr die Krankschreibung per Telefon klare Regeln gebe. So mĂŒssten die Patienten in der Praxis persönlich bekannt sein. Die Krankschreibung dĂŒrfe zudem maximal fĂŒnf Tage lang sein.

Probleme sieht Beier nicht bei den kĂŒrzeren Krankschreibungen, zum Beispiel wegen Atemwegserkrankungen, sondern bei lĂ€ngeren AusfĂ€llen. "Diese Pseudo-Debatte lenkt von den wirklichen Problemen ab", mahnte er. Langzeitkrankschreibungen von mehr als sechs Wochen machten zwar nur 3,5 Prozent aller ArbeitsunfĂ€higkeitsfĂ€lle aus, verursachen aber ĂŒber 40 Prozent der Fehlzeiten. "Wer die Fehlzeiten in Deutschland wirklich reduzieren will, muss bei einer effizienten und therapeutisch sinnvollen Wiedereingliederung ansetzen", mahnte er. Dazu mĂŒsse das sogenannte Hamburger Modell zur schrittweisen RĂŒckkehr in den Arbeitsalltag dringend reformiert werden und verbindlich fĂŒr alle Arbeitgeber in Deutschland gelten, fordert der Verbandschef.

@ dts-nachrichtenagentur.de