Eurozone wÀchst zum Jahrebeginn stÀrker als erwartet
30.04.2025 - 12:01:29In den 20 LĂ€ndern des WĂ€hrungsraums habe die Wirtschaftsleistung im ersten Quartal um 0,4 Prozent im Vergleich zum Vorquartal zugelegt, wie die Statistikbehörde Eurostat am Mittwoch nach einer ersten SchĂ€tzung mitteilte. Ăkonomen hatten im Schnitt ein Wachstum von 0,2 Prozent erwartet. So stark hatte die Wirtschaft der Eurozone bereits im vierten Quartal zugelegt.
Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresquartal wuchs die Wirtschaft der Eurozone zum Jahresstart um 1,2 Prozent. Hier war ein Anstieg um 1,1 Prozent erwartet worden. Im vierten Quartal hatte das Wachstum ebenfalls bei 1,2 Prozent gelegen.
Die aggressive Zollpolitik von US-PrĂ€sident Donald Trump spiegelt sich in den Daten noch nicht wider. Trump hatte erst Anfang April seine Zölle gegenĂŒber fast allen LĂ€ndern dieser Welt angekĂŒndigt und sie dann teilweise wieder zurĂŒckgenommen.
Die Unterschiede beim Wirtschaftswachstum zwischen den LĂ€ndern sind groĂ. Unter den vier groĂen LĂ€ndern ist Spanien mit 0,6 Prozent am stĂ€rksten gewachsen. Aber auch in Italien fiel das Wirtschaftswachstum mit 0,3 Prozent stĂ€rker als erwartet aus.
"Vorausschauend werden die europĂ€ischen SĂŒdlĂ€nder von einer guten Tourismussaison profitieren", kommentierte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank. "Spanien verbuchte bereits ĂŒber Ostern neue Besucherrekorde und wird auch im Sommer auf ĂŒppige Tourismuseinnahmen blicken können."
In Deutschland wuchs die Wirtschaft um 0,2 Prozent zum Vorquartal und in Frankreich lediglich um 0,1 Prozent. Die exportorientierte deutsche Wirtschaft dĂŒrfte laut Ăkonomen besonders unter dem zunehmenden Protektionismus leiden.
"Zwar dĂŒrfte das riesige Finanzpaket die Konjunktur im kommenden Jahr anschieben", sagte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg KrĂ€mer. "Aber viele Unternehmen vermissen in Deutschland einen wirtschaftspolitischen Neustart, der nach der jahrelangen Erosion der StandortqualitĂ€t notwendig wĂ€re."

