Fridays for Future: Keine Erdgasförderung vor Borkum
05.08.2024 - 05:00:38Die Klimaschutzbewegung Fridays for Future will verhindern, dass nahe der Nordseeinsel Borkum Erdgas gefördert wird. Es seien Klima- und auch massive UmweltschĂ€den im Wattenmeer zu erwarten, kritisieren die KlimaschĂŒtzer in einem offenen Brief an die rot-grĂŒne niedersĂ€chsische Landesregierung und die grĂŒnen Bundesminister Annalena Baerbock und Robert Habeck, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. «Wir appellieren an Sie: Beenden Sie den Alptraum einer nahenden Gasförderung vor der Insel Borkum!» Die fĂŒr die Förderung notwendigen Genehmigungen mĂŒssten blockiert werden.Â
Der niederlĂ€ndische Energiekonzern One-Dyas plant, aus einem Feld vor den Inseln Borkum und Schiermonnikoog Erdgas zu fördern - aus bis zu vier Kilometern Tiefe. Dazu soll eine Förderplattform auf niederlĂ€ndischem Hoheitsgebiet errichtet werden. Gefördert werden soll ab Dezember sowohl in niederlĂ€ndischen als auch in deutschen Hoheitsgebieten, nahe dem Nationalpark NiedersĂ€chsisches Wattenmeer. One-Dyas plant mit einer Erdgasförderung ĂŒber einen Zeitraum von 10 bis 35 Jahren.
In der vergangenen Woche sollte die Installation der Bohrplattform eigentlich beginnen. Doch das hatten von rund 20 Aktivisten von Greenpeace mit Booten und treibenden Inseln zunĂ€chst verhindert.Â
FĂŒr die Erdgasförderung sind Genehmigungen der Niederlande und Deutschlands erforderlich. Das Wirtschaftsministerium in den Niederlanden hat die Lizenz bereits erteilt. Dagegen lĂ€uft vor dem höchsten niederlĂ€ndischen Gericht jedoch ein Verfahren. Auf deutscher Seite lĂ€uft das Genehmigungsverfahren beim NiedersĂ€chsischen Landesamt fĂŒr Bergbau, Energie und Geologie (LBEG).
Droht die Aberkennung des Weltnaturerbe-Status?
Fridays for Future betont, Bundes- und Landesregierung hĂ€tten sich zum Ausstieg aus fossilen Energien verpflichtet. Im niedersĂ€chsischen Koalitionsvertrag sei die Insel Borkum sogar explizit als besonders schĂŒtzenswert erwĂ€hnt. «Und nun planen Sie, ein neues Gasfeld vor der KĂŒste zu ermöglichen? Bei allem Respekt: In welcher Welt leben Sie?», schreiben die KlimaschĂŒtzer.Â
Zur Energiesicherheit könne die geplante Förderplattform nicht beitragen, weil das vor Borkum geförderte Gas maximal ein Prozent des jĂ€hrlichen deutschen Bedarfs decken wĂŒrde. Zugleich aber sei es bei Ă€hnlichen Projekten bereits zu Bodenabsenkungen, Erdbeben und Wasserverunreinigungen gekommen. Die Unesco habe bereits gewarnt, dass mit der Förderung von Ăl und Gas die Aberkennung des Weltnaturerbe-Status drohe.Â





