Industrie, Arbeitsmarkt

IW: Über 600.000 ArbeitsplĂ€tze von Stahlindustrie abhĂ€ngig

05.11.2025 - 11:04:44 | dts-nachrichtenagentur.de

In Deutschland hÀngen etwa 605.000 ArbeitsplÀtze von der kriselnden Stahlindustrie ab - zum Beispiel als Zulieferer oder Kunden.

Stahlproduktion (Archiv) - Foto: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
Stahlproduktion (Archiv) - Foto: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
Das ergaben Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), die am Mittwoch veröffentlicht wurden. Dass die deutsche Stahlindustrie in der Krise ist, hÀngt auch mit dem Ukraine-Krieg zusammen. Vor der Energiekrise 2022 war die Stahlproduktion in Deutschland noch wettbewerbsfÀhig, wie IW-Auswertungen zeigen: 2019 lagen die Produktionskosten demnach bei knapp 440 Euro pro Tonne - das entsprach etwa dem Niveau der USA (430 Euro pro Tonne).

Im Jahr 2023 waren es schon 550 Euro pro Tonne - und das, obwohl die schlimmsten Preisschocks zu diesem Zeitpunkt ĂŒberwunden waren. Mit der klimafreundlichen Umstellung auf Wasserstoff könnten die Kosten zusĂ€tzlich um fast 50 Prozent auf 810 Euro pro Tonne steigen. Dazu kommen geopolitische Verwerfungen: WĂ€hrend China seine Stahlindustrie mit Rekordsubventionen aufbockt, versuchen die USA unter Trump Stahlimporte durch hohe Zölle einzudĂ€mmen. All das mindert die Exportchancen der deutschen Hersteller enorm. Die Energiepreise mĂŒssen dauerhaft sinken - und zwar ĂŒber den Industriestrompreis hinaus, fordert das IW. Der entlaste die deutschen Unternehmen nach IW-Berechnungen nur um bis zu 1,5 Milliarden Euro pro Jahr. Stattdessen mĂŒsse die Industrie beim Wandel zu grĂŒnem Stahl gezielter unterstĂŒtzt werden, beispielsweise ĂŒber KlimaschutzvertrĂ€ge. Zudem brauche es eine effizientere Energieversorgung, unter anderem durch ein leistungsfĂ€higes Stromnetz und den zĂŒgigen Aufbau einer Infrastruktur fĂŒr Wasserstoff, so das Institut weiter. Andernfalls seien mehrere hunderttausend ArbeitsplĂ€tze und die Klimaziele gefĂ€hrdet.

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