IW-Studie, FachkrÀftemangel

IW-Studie: FachkrÀftemangel belastet vor allem Frauen

08.03.2024 - 01:00:00

In Deutschland leiden vor allem Frauen unter dem weiter anwachsenden Mangel an qualifizierten ArbeitskrÀften.

Das geht aus einer neuen Auswertung des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW Köln) hervor, ĂŒber die die Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Freitagausgaben) berichten. Demnach waren im vergangenen Jahr fĂŒnf der zehn Berufe mit dem grĂ¶ĂŸten FachkrĂ€ftemangel "typische Frauenberufe", also Berufe, in denen mehrheitlich Frauen beschĂ€ftigt sind. Die meisten ArbeitskrĂ€fte fehlen der IW-Erhebung zufolge in der Kinderbetreuung und Erziehung.

2023 konnten hier deutschlandweit mehr als 20.000 ArbeitsplĂ€tze nicht besetzt werden. "Die Mehrarbeit mĂŒssen ĂŒberwiegend Frauen erledigen, denn sie machen fast 90 Prozent der BeschĂ€ftigten in dieser Branche aus", sagte Paula Risius, Forscherin fĂŒr FachkrĂ€ftesicherung am IW Köln. Fast genauso groß ist die LĂŒcke bei der Sozialarbeit- und SozialpĂ€dagogik, zum Beispiel in der Schulsozialarbeit oder bei der Suchtberatung, wo der Frauenanteil bei 77 Prozent liegt. Ähnlich ist es auch bei der Alten- und Krankenpflege: Zusammengerechnet konnten in beiden Berufsgruppen knapp 33.000 offene Stellen nicht besetzt werden, so das Institut. In Deutschland fehlen in zahlreichen Branchen FachkrĂ€fte. Das liegt vor allem an der demografischen Entwicklung. Der Trend dĂŒrfte sich weiter verschĂ€rfen, denn in absehbarer Zeit gehen die geburtenstarken JahrgĂ€nge der sogenannten Babyboomer-Generation in die Rente. Die Bundesregierung will verstĂ€rkt auslĂ€ndische Spezialisten dafĂŒr gewinnen, in Deutschland zu arbeiten. BĂŒrger sollen zudem motiviert werden, ihre Lebensarbeitszeit zu verlĂ€ngern. Die einseitige Belastung fĂŒr Frauen in Berufen, die besonders vom FachkrĂ€ftemangel betroffen sind, könne laut IW Köln behoben werden, indem man mehr MĂ€nner fĂŒr die eigentlich typischen Frauenberufe begeistere. Den Zahlen der Forscher zufolge sei das bislang jedoch nur teilweise gelungen. In der Gesundheits- und Krankenpflege etwa, einem "frauentypischen" Beruf, stieg der MĂ€nneranteil seit 2014 von 23,2 auf 25,5 Prozent. Bei der Sozialarbeit sank der MĂ€nneranteil hingegen leicht von 25,2 Prozent im Jahr 2014 auf 23 Prozent im Jahr 2023. In einigen "mĂ€nnertypischen" Berufen steigt der Frauenanteil auch: Zum Beispiel erhöhte sich der Frauenanteil bei studierten Informatikern seit 2014 von 14,5 Prozent auf 20,4 Prozent. Auch der Anteil der Kfz-Mechanikerinnen hat sich fast verdoppelt und lag 2023 bei fast fĂŒnf Prozent, so das IW Köln. GrundsĂ€tzlich gebe es aber keinen klaren ĂŒbergreifenden Trend, was die geschlechtsspezifische ParitĂ€t in Berufen angeht, sagte Risius. Sie wirbt daher auch dafĂŒr, mehr MĂ€nner fĂŒr typische Frauenberufe zu gewinnen. Nötig seien dafĂŒr einerseits mĂ€nnliche Vorbilder, andererseits mĂŒssten MĂ€nnern stĂ€rker Karrierewege in den betroffenen Branchen aufgezeigt werden.

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