IW-Studie: FachkrÀftemangel belastet vor allem Frauen
08.03.2024 - 01:00:002023 konnten hier deutschlandweit mehr als 20.000 ArbeitsplĂ€tze nicht besetzt werden. "Die Mehrarbeit mĂŒssen ĂŒberwiegend Frauen erledigen, denn sie machen fast 90 Prozent der BeschĂ€ftigten in dieser Branche aus", sagte Paula Risius, Forscherin fĂŒr FachkrĂ€ftesicherung am IW Köln. Fast genauso groĂ ist die LĂŒcke bei der Sozialarbeit- und SozialpĂ€dagogik, zum Beispiel in der Schulsozialarbeit oder bei der Suchtberatung, wo der Frauenanteil bei 77 Prozent liegt. Ăhnlich ist es auch bei der Alten- und Krankenpflege: Zusammengerechnet konnten in beiden Berufsgruppen knapp 33.000 offene Stellen nicht besetzt werden, so das Institut. In Deutschland fehlen in zahlreichen Branchen FachkrĂ€fte. Das liegt vor allem an der demografischen Entwicklung. Der Trend dĂŒrfte sich weiter verschĂ€rfen, denn in absehbarer Zeit gehen die geburtenstarken JahrgĂ€nge der sogenannten Babyboomer-Generation in die Rente. Die Bundesregierung will verstĂ€rkt auslĂ€ndische Spezialisten dafĂŒr gewinnen, in Deutschland zu arbeiten. BĂŒrger sollen zudem motiviert werden, ihre Lebensarbeitszeit zu verlĂ€ngern. Die einseitige Belastung fĂŒr Frauen in Berufen, die besonders vom FachkrĂ€ftemangel betroffen sind, könne laut IW Köln behoben werden, indem man mehr MĂ€nner fĂŒr die eigentlich typischen Frauenberufe begeistere. Den Zahlen der Forscher zufolge sei das bislang jedoch nur teilweise gelungen. In der Gesundheits- und Krankenpflege etwa, einem "frauentypischen" Beruf, stieg der MĂ€nneranteil seit 2014 von 23,2 auf 25,5 Prozent. Bei der Sozialarbeit sank der MĂ€nneranteil hingegen leicht von 25,2 Prozent im Jahr 2014 auf 23 Prozent im Jahr 2023. In einigen "mĂ€nnertypischen" Berufen steigt der Frauenanteil auch: Zum Beispiel erhöhte sich der Frauenanteil bei studierten Informatikern seit 2014 von 14,5 Prozent auf 20,4 Prozent. Auch der Anteil der Kfz-Mechanikerinnen hat sich fast verdoppelt und lag 2023 bei fast fĂŒnf Prozent, so das IW Köln. GrundsĂ€tzlich gebe es aber keinen klaren ĂŒbergreifenden Trend, was die geschlechtsspezifische ParitĂ€t in Berufen angeht, sagte Risius. Sie wirbt daher auch dafĂŒr, mehr MĂ€nner fĂŒr typische Frauenberufe zu gewinnen. Nötig seien dafĂŒr einerseits mĂ€nnliche Vorbilder, andererseits mĂŒssten MĂ€nnern stĂ€rker Karrierewege in den betroffenen Branchen aufgezeigt werden.


