Chefinnen, Deutschlands

Wenige Chefinnen in mÀnnerdominierter Wirtschaft

07.03.2025 - 04:30:39

In Deutschlands Unternehmen gibt es deutlich weniger weibliche als mĂ€nnliche FĂŒhrungskrĂ€fte – aller Quoten und Appelle zum Trotz. Im Mittelstand gibt es sogar einen rĂŒcklĂ€ufigen Trend.

Frauen sind in FĂŒhrungspositionen deutscher Unternehmen nach wie vor deutlich in der Minderheit. In weniger als einem Drittel (28 Prozent) von 5,1 Millionen Unternehmen gehört derzeit mindestens eine Frau zum Kreis der Inhaber, zur GeschĂ€ftsfĂŒhrung oder zum Vorstand. 

Das hat die Schufa anhand von Daten, die der Auskunftei vorliegen, anlĂ€sslich des Weltfrauentages an diesem Samstag (8.3.) analysiert. Im Vergleich zur ersten Auswertung vor vier Jahren habe sich der Anteil der Frauen in der ersten FĂŒhrungsebene der deutschen Wirtschaft immerhin etwas erhöht: Im Jahr 2022 betrug er noch 26 Prozent.

Weniger MittelstÀndler mit Frau an der Spitze

Im Mittelstand jedoch stellt die Förderbank KfW bei einer aktuellen Auswertung einen rĂŒcklĂ€ufigen Trend fest: Von den etwa 3,84 Millionen mittelstĂ€ndischen Unternehmen in Deutschland wurden demnach im Jahr 2024 gerade einmal 14,3 Prozent von einer Chefin geleitet und damit so wenige wie noch nie seit der ersten Auswertung auf dieser Basis im Jahr 2003. 

Nach dem Höchststand im Jahr 2022 (19,7 Prozent) war der Wert bereits 2023 auf 15,8 Prozent zurĂŒckgegangen. «Von einer Aufholjagd bei der Frauenquote in mittelstĂ€ndischen FĂŒhrungsetagen sind wir weit entfernt», bilanziert KfW-VorstĂ€ndin Katharina Herrmann.

Auch auf sonstigen FĂŒhrungspositionen seltener Frauen

Nicht nur auf Chefpositionen im Mittelstand waren der KfW-Analyse zufolge im vergangenen Jahr weniger Frauen zu finden. Auch bei Team-, Abteilungs- und Bereichsleitungen zeige sich eine rĂŒcklĂ€ufige Entwicklung: Der Anteil weiblicher FĂŒhrungskrĂ€fte an sĂ€mtlichen Managementpositionen in mittelstĂ€ndischen Unternehmen habe 2024 zum Vorjahr um 4,9 Prozentpunkte auf 21 Prozent abgenommen.

Branchen mit höchstem Frauenanteil

Die Schufa macht die meisten Unternehmen mit mindestens einer Frau in der ersten FĂŒhrungsebene im VeterinĂ€rwesen aus (68,5 Prozent), ĂŒberdurchschnittlich ist der Anteil auch in Sozial- und Gesundheitsberufen (jeweils 60,2 Prozent), bei Bekleidungsherstellern (58,3 Prozent) sowie in Erziehung und Unterricht (52,2 Prozent).

Am seltensten sind Frauen in FĂŒhrungspositionen in Berufen zu finden, die als typische MĂ€nnerberufe gelten: in der Forstwirtschaft (6,6 Prozent) und auf dem Bau (6,7 Prozent).

@ dpa.de