Mehrere LĂ€nder wollen Reform der EU-Tabaksteuerrichtlinie
10.12.2024 - 18:34:22Nachdem Deutschland und 15 andere EU-Staaten die EU-Kommission zum Handeln aufgefordert hatten, kĂŒndigte Wirtschaftskommissar Valdis Dombrovskis an, die BrĂŒsseler Behörde werde sich damit befassen. Man werde sehen, wie man das angehen könne.
Die Richtlinie macht Vorgaben an die Mitgliedstaaten, welche Tabakprodukte wie besteuert werden sollen. Die Staaten wiederum setzen dies in nationalen Gesetzen um. Da die Richtlinie zuletzt im Jahr 2011 novelliert wurde, sind E-Zigaretten in dem BrĂŒsseler Regelwerk gar nicht enthalten. Damals war das Vaping, wie das Inhalieren der FlĂŒssigkeiten (Liquids) mit ErhitzergerĂ€ten genannt wird, noch eine Nische. Inzwischen ist es ein MassengeschĂ€ft.
LĂ€nder befĂŒrchten Verzerrung des Binnenmarkts
Die zustĂ€ndigen Ministerien der 16 EU-Staaten fordern in einem Papier die EU-Kommission auf, spĂ€testens im FrĂŒhjahr einen Vorschlag fĂŒr die Modernisierung der Tabaksteuer vorzulegen. Seit 2011 habe sich der Tabakmarkt stark verĂ€ndert. Weil es keine neuen Vorgaben gebe, hĂ€tten Mitgliedstaaten auf nationaler Ebene angemessene MaĂnahmen ergriffen. "Dies hat zu einer Zersplitterung, ungleichen Wettbewerbsbedingungen und letztlich zu einer Verzerrung unseres Binnenmarktes gefĂŒhrt."
Derzeit werden Liquids, die man fĂŒr E-Zigaretten braucht, in den EU-Staaten unterschiedlich besteuert - in Deutschland vergleichsweise hoch, in anderen EU-Staaten niedriger, und in manchen Staaten ist nur die Mehrwertsteuer fĂ€llig. Diese Zersplitterung des Binnenmarkts in diesem Marktsegment ist nicht nur den Mitgliedstaaten, sondern auch Herstellern ein Dorn im Auge.
Deutschland besteuert Liquids seit 2022
Die entsprechenden EU-Vorgaben mĂŒssten entschlossen und rasch modernisiert werden, um das ordnungsgemĂ€Ăe Funktionieren des Binnenmarktes zu gewĂ€hrleisten, fordern die Unterzeichner des Papiers.
Gleichzeitig sollten damit die GesundheitsschÀden von traditionellen Tabakerzeugnissen und von Tabakalternativen bekÀmpft werden. Neben Deutschland schlossen sich unter anderem die zustÀndigen Ministerien Frankreichs, Portugals und Spaniens der niederlÀndischen Initiative an.
In Deutschland fÀllt seit 2022 Tabaksteuer auf E-Zigaretten-Liquids an. ZunÀchst fielen 16 Cent pro Milliliter an, 2024 ging es auf 20 Cent hoch, zum Januar 2025 steht eine Erhöhung auf 26 Cent an.
E-Zigaretten und ihre Liquids werden nicht nur von zahlreichen kleineren mittelstĂ€ndischen Herstellern und HĂ€ndlern angeboten. Vielmehr mischen in dem aufstrebenden Markt auch groĂe Tabakkonzerne wie Philip Morris und British American Tobacco (BAT) immer stĂ€rker mit.

