EU-Spitzen, Anstrengung

EU-Spitzen rufen zu gemeinsamer Anstrengung zur StÀrkung des Euro auf

29.12.2023 - 16:00:00

In einem gemeinsamen Appell rufen die PrÀsidentinnen und PrÀsidenten der EuropÀischen Kommission, des EuropÀischen Parlaments, des EuropÀischen Rats, der EuropÀischen Zentralbank und der Eurogruppe dazu auf, den Euro in einer turbulenten Welt zu stÀrken.

"Es warten neue Herausforderungen auf uns, die die LĂ€nder nicht allein bewĂ€ltigen können", schreiben Ursula von der Leyen, Roberta Metsola, Charles Michel, Christine Lagarde und Paschal Donohoe in einem Beitrag, der zum 25-jĂ€hrigen Bestehen der europĂ€ischen WĂ€hrung in den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Samstagausgaben) erscheint. "Die Lösungen mĂŒssen sich auf alles stĂŒtzen, was durch die Zusammenarbeit in Europa möglich ist."

Konkret sprechen sich die Verfasserinnen und Verfasser fĂŒr den Aufbau einer Kapitalmarktunion aus, die sich ĂŒber den gesamten Kontinent erstrecke und mit der private Finanzmittel mobilisiert werden könnten. Um WettbewerbsfĂ€higkeit und Sicherheit zu erhöhen, könnten "die bestehenden Strukturen durch ĂŒberarbeitete Haushaltsregeln und eine robustere Bankenunion gestĂ€rkt" werden. Außerdem mĂŒsse die gemeinsame WĂ€hrung fit fĂŒr das digitale Zeitalter gemacht werden. "DafĂŒr mĂŒssen die Grundlagen fĂŒr einen potenziellen digitalen Euro geschaffen werden, der das Bargeld ergĂ€nzen kann", schreiben sie. Von der Leyen, Metsola, Michel, Lagarde und Donohoe verweisen auf die zunehmenden geopolitischen Spannungen. Dazu zĂ€hle nicht zuletzt der ungerechtfertigte Krieg Russlands gegen die Ukraine, der mutige gemeinsame Entscheidungen erfordere. "Wir stehen vor einer sich immer schneller zuspitzenden Klimakrise, die wir nur zusammen wirklich bewĂ€ltigen können. Denn CO2-Emissionen kennen keine LĂ€ndergrenzen", heißt es in dem Beitrag. "Außerdem steht unsere WettbewerbsfĂ€higkeit aufgrund von energie- und industriepolitischen Maßnahmen in anderen Teilen der Welt vor noch nie dagewesenen Herausforderungen." Themen wie Verteidigung oder der grĂŒne und digitale Wandel seien zu dringlichen Angelegenheiten von gemeinsamem Interesse geworden, mahnen die PrĂ€sidentinnen und PrĂ€sidenten. "Das Gleiche gilt fĂŒr unsere Herangehensweise bei der Finanzierung der enormen Investitionen, die wir fĂŒr die Dekarbonisierung unserer Volkswirtschaften, sicherere Lieferketten und die Modernisierung unserer Technologien tĂ€tigen mĂŒssen." In der EU wĂŒrden allein fĂŒr den grĂŒnen Wandel bis 2030 jĂ€hrlich Investitionen in Höhe von 620 Milliarden Euro nötig sein. Die Verfasser ziehen eine positive Bilanz der Euro-EinfĂŒhrung vor 25 Jahren. "Er hat das Leben der Menschen in Europa einfacher gemacht. Mit ihm können wir Preise leichter vergleichen, und auch der Handel und das Reisen sind unkomplizierter geworden. Er hat uns bei mehreren Krisen StabilitĂ€t geboten und Wachstum sowie ArbeitsplĂ€tze gesichert", schreiben sie. "Die Tatsache, dass wir die zweitwichtigste WĂ€hrung der Welt ausgeben, verleiht uns zudem mehr SouverĂ€nitĂ€t in einer turbulenten Welt. Daher ĂŒberrascht es nicht, dass der Euroraum seit seiner GrĂŒndung von elf auf 20 LĂ€nder gewachsen ist." Von der Leyen, Metsola, Michel, Lagarde und Donohoe erinnern auch an die enormen Herausforderungen, die ĂŒber die Jahre gemeistert worden seien. "Auch die Zukunft des Euro selbst wurde mitunter infrage gestellt. Doch wir haben jedes Mal die richtigen Antworten gefunden", schreiben sie. "Beispielsweise haben wir als Reaktion auf die globale Finanz- und Staatsschuldenkrise Sicherheitsvorkehrungen getroffen und eine harmonisierte Bankenaufsicht und Bankenabwicklung und den EuropĂ€ischen StabilitĂ€tsmechanismus errichtet."

@ dts-nachrichtenagentur.de