Frankreichs Parlament stimmt fĂŒr verschĂ€rftes Immigrationsgesetz
19.12.2023 - 23:42:34Sowohl der Senat als auch die Nationalversammlung stimmten einem Kompromisstext am Dienstagabend zu. Damit ist das Gesetzesvorhaben verabschiedet. WĂ€hrend der Mitte-Regierung unter PrĂ€sident Emmanuel Macron die Zustimmung der Konservativen zuletzt gewiss war, musste sie wegen ZugestĂ€ndnissen an die bĂŒrgerliche Rechte um den Zusammenhalt ihres eigenen Lagers bangen.
Mit dem Vorhaben will die Regierung Immigration besser kontrollieren und die Integration verbessern. Der nun verabschiedete Gesetzestext ist deutlich restriktiver als ursprĂŒnglich vorgesehen. RegulĂ€re Migrantinnen und Migranten sollen gewisse Sozialleistungen wie WohnzuschĂŒsse oder Familiengeld erst spĂ€ter als bisher erhalten. Das Parlament soll ĂŒber jĂ€hrliche Immigrationsquoten debattieren. Ferner soll die unter dem sozialistischen PrĂ€sidenten François Hollande abgeschaffte Straftat des irregulĂ€ren Aufenthalts wieder eingefĂŒhrt werden. Auch sollen Doppelstaatler, die Straftaten gegen OrdnungskrĂ€fte begehen, die französische NationalitĂ€t verlieren.
Eine der KernmaĂnahmen des Regierungsvorhabens, wonach bisher ohne Aufenthaltspapiere arbeitende Migranten in Berufen mit Personalmangel einen vorĂŒbergehenden Aufenthaltstitel bekommen sollen, wird zudem nur in deutlich eingeschrĂ€nkter Form kommen.
Nachdem das linke Lager, die konservativen RĂ©publicains und das rechtsnationale Rassemblement National den Gesetzestext in der vergangenen Woche in der Nationalversammlung noch vor der Plenardebatte ablehnten, suchte die Mitte-Regierung in einer Kommission einen Kompromiss. Um sich die Zustimmung der Konservativen zu sichern, machte sie ihnen erhebliche ZugestĂ€ndnisse. Widerstand kam daraufhin auch aus den eigenen Reihen. Medienberichten zufolge erwĂ€gten mehrere Minister des linken RegierungsflĂŒgel zurĂŒckzutreten. Mehrere Abgeordnete aus dem linken FlĂŒgel des Macron-Lagers hatten bereits vor dem Votum angekĂŒndigt, gegen den Text zu stimmen.

