BASF, US-Zölle

BASF sieht sich fĂŒr US-Zölle gewappnet und blickt nach Asien

02.05.2025 - 15:00:29

In Europa und Nordamerika erwartet der Chemieriese nur ein schwaches Wachstum. Das betrifft auch das Stammwerk Ludwigshafen. BASF-Chef Kamieth sieht Risiken in den US-Zöllen - und setzt auf Asien.

Der weltgrĂ¶ĂŸte Chemiekonzern BASF sieht sich fĂŒr die Zollpolitik von US-PrĂ€sident Donald Trump gewappnet. Die Zölle sorgten fĂŒr Verunsicherung in der Industrie und den MĂ€rkten, sagte Vorstandschef Markus Kamieth bei der Online-Hauptversammlung des Dax-Konzerns. «Aber BASF ist vorbereitet.» 

Der Konzern sei in allen wichtigen Regionen aktiv und produziere am Ort fĂŒr die lokalen MĂ€rkte. «Das ist schon immer ein Vorteil fĂŒr BASF. Insbesondere jedoch in diesen Zeiten», betonte der Manager, der vor einem Jahr das Ruder bei dem Ludwigshafener Dax-Konzern ĂŒbernommen hat.

BASF produziert in den USA

«Mehr als 80 Prozent unseres Umsatzes in den USA erzielen wir mit Produkten, die wir dort herstellen», berichtete Kamieth. In Asien sei der Anteil Àhnlich hoch - in Europa sogar noch höher. Dennoch seien die Auswirkungen der US-Zollpolitik auf die Nachfrage und weltweiten Handelsströme derzeit nur schwer abzuschÀtzen. 

Als Markt der Zukunft fĂŒr BASF nannte Kamieth Asien. «Wachstumstreiber fĂŒr die Chemie ist und bleibt Asien.» Der Fokus liege vor allem auf China: «Wir wollen in China weiter mit dem Markt wachsen. Unser neuer Verbundstandort in Zhanjiang ist hierfĂŒr die Basis.»

Asien stark im Blick - trotz Kritik

BASF investiert in der sĂŒdchinesischen Provinz Guangdong Milliardensummen in Zhanjiang. Kritiker warnen seit langem, der Konzern mache sich damit nach teuren Abschreibungen in Russland erneut abhĂ€ngig von einem autokratischen Regime. Auch auf der Hauptversammlung warnten AktionĂ€rsschĂŒtzer vor einer zu starken AbhĂ€ngigkeit von China. 

Schwaches Wachstum in Europa und Nordamerika erwartet

Neben China nehme der Chemiekonzern Indien, Indonesien, Malaysia, Singapur, Thailand und Vietnam stĂ€rker in den Blick, sagte Kamieth. «Diese sieben LĂ€nder stehen bis 2035 fĂŒr rund 80 Prozent des weltweiten Chemiewachstums.» In Europa und Nordamerika erwarte das Unternehmen dagegen nur schwaches bis moderates Wachstum fĂŒr die chemische Industrie. In diesen MĂ€rkten fokussiere sich BASF darauf, bestehende KapazitĂ€ten auszulasten. 

Bei dem Chemieriesen laufen milliardenschwere Sparprogramme. Vor allem das Stammwerk Ludwigshafen soll profitabler und wettbewerbsfĂ€higer werden. Der Vorstandschef versicherte den AktionĂ€ren, dass der Standort eine starke SĂ€ule bleibe und ein fĂŒhrender sowie nachhaltiger Standort im Konzern werden soll. Die Sparprogramme kĂ€men gut voran.

Erstes Quartal schwÀcher - Ausblick unverÀndert

Zum Start ins laufende Jahr musste BASF RĂŒckgĂ€nge bei Umsatz und Gewinn verbuchen. Die Erlöse nahmen im ersten Quartal leicht um 0,9 Prozent auf 17,4 Milliarden Euro ab. Der um Sonderposten bereinigte operative Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (bereinigtes Ebitda) sank um 3,2 Prozent auf 2,6 Milliarden Euro. 

Unterm Strich fiel ein Gewinn von 808 Millionen Euro an, nach knapp 1,4 Milliarden ein Jahr zuvor. Die Ziele fĂŒr 2025 bestĂ€tigte das Management: Beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sowie SondereinflĂŒssen wird ein Wert von 8,0 Milliarden bis 8,4 Milliarden Euro angestrebt. Eine Prognose zum Umsatz und Gewinn nach Steuern legte das BASF-Management nicht vor.

BASF hat sich zum Ziel gesetzt, bis Ende 2026 jĂ€hrlich 2,1 Milliarden Euro zu sparen. Wegen des Sparkurses fĂ€llt auch die Dividende fĂŒr AktionĂ€re geringer aus: Auf der Hauptversammlung wurde eine Dividende von 2,25 Euro je Aktie beschlossen. FĂŒr 2023 hatte BASF noch 3,40 Euro je Anteil gezahlt. 

Keine Entscheidung zu kĂŒnftigen Hauptversammlungen

Kamieth und der Aufsichtsratsvorsitzende Kurt Bock kĂŒndigten an, dass BASF kĂŒnftig Jahr fĂŒr Jahr entscheiden wird, ob die Hauptversammlung in PrĂ€senz oder online stattfinden wird. Er könne sich ein abwechselndes Format vorstellen, sagte Kamieth.

@ dpa.de