Warnstreiks legen in mehreren Ländern den Nahverkehr lahm
19.03.2026 - 12:42:25 | dpa.deDie Gewerkschaft Verdi hält den öffentlichen Nahverkehr in Deutschland weiter in Atem. In mehreren Bundesländern fahren keine Busse, StraĂźen- und U-Bahnen. Betroffen sind vor allem Hamburg, Nordrhein-Westfalen, Bayern und Sachsen-Anhalt, wo die Warnstreiks teils mehrere Tage andauern. Die Aktionen sollen in den laufenden Tarifverhandlungen den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen.Â
In Hamburg kĂĽndigte Verdi während des laufenden Warnstreiks bereits den nächsten Ausstand an. FĂĽr Samstag ist ein 24-stĂĽndiger Streik sowohl bei der Hochbahn als auch bei der Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein GmbH (VHH) geplant. Die Gewerkschaft begrĂĽndet den Schritt mit festgefahrenen Tarifverhandlungen und einem Sparkurs des rot-grĂĽnen Senats. Hochbahn und Verdi hatten zuletzt ihre Forderungen leicht angepasst, eine Einigung blieb jedoch aus.Â
Streikpause in NRW nächste Woche
In Nordrhein-Westfalen blieben viele Busse und Stadtbahnen in den Depots; nur einzelne Linien privater Betreiber waren unterwegs. Warnstreiks im kommunalen Nahverkehr können zudem auch am Samstag in diversen Städten zu Einschränkungen bei Bus und Bahnen fĂĽhren. Verdi ruft in ausgewählten Betriebshöfen von etlichen Nahverkehrsbetrieben Mitarbeiter zu Arbeitsniederlegungen auf, wie eine Sprecherin sagte.Â
Allerdings sollen die Warnstreiks in NRW ab Dienstag vorerst pausieren: Verdi plant während der anstehenden dritten Verhandlungsrunde keine neuen ArbeitskampfmaĂźnahmen. Die Tarifgespräche sind fĂĽr drei Tage bis zum kommenden Donnerstag angesetzt.Â
Auch in zahlreichen Städten in Bayern fielen Busse und StraĂźenbahnen vielerorts aus. Die Stadtwerke Augsburg etwa berichteten am Morgen, Busse und StraĂźenbahnen des Kommunalunternehmens seien in den Depots geblieben. Der Nahverkehr sei zum Erliegen gekommen. Ebenfalls betroffen ist Sachsen-Anhalt. Bis Sonntag mĂĽssen Fahrgäste etwa in Magdeburg, Halle und Dessau-RoĂźlau erhebliche Einschränkungen einplanen.Â
Verhandlungen meist fĂĽr bessere ArbeitsbedingungenÂ
Es ist der dritte groĂźflächig koordinierte Arbeitskampf in den laufenden Tarifverhandlungen im Ă–PNV, die Verdi parallel in den Bundesländern fĂĽhrt. In Baden-WĂĽrttemberg sowie in Schleswig-Holstein gibt es bereits Einigungen. Auch in Hessen wurde ein Kompromiss erzielt - die Gewerkschaftsmitglieder werden dort nun befragt, ob ihnen das Ergebnis ausreicht. Bei den Berliner Verkehrsbetrieben, dem größten Nahverkehrsunternehmen in Deutschland, beginnt heute die nächste Verhandlungsrunde.Â
«In vielen Ländern stehen wir – im vierten Monat der Tarifrunde – leider immer noch am Anfang», teilte die Vize-Vorsitzende von Verdi, Christine Behle, kĂĽrzlich mit. Die Zeiten seien schwierig, heiĂźt es von den Arbeitgebern.Â
In den meisten Bundesländern geht es bei den Verhandlungen um bessere Arbeitsbedingungen im Rahmen der sogenannten Manteltarifverträge. Diese regeln etwa Arbeitszeit, Pausenlänge und freie Zeit zwischen den Schichten. In Bayern, Brandenburg, dem Saarland, ThĂĽringen und bei der Hamburger Hochbahn wird zusätzlich ĂĽber höhere Löhne und Gehälter verhandelt.Â
Verschont von Arbeitskämpfen blieb bisher vor allem Niedersachsen. Dort gilt bis Ende März eine Friedenspflicht während der nicht gestreikt werden darf.
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