ROUNDUP, ZweitÀgiger

ZweitÀgiger Warnstreik im NRW-Nahverkehr startet

05.03.2024 - 07:20:01

In Nordrhein-Westfalen bleiben wegen eines zweitĂ€gigen Warnstreiks in rund 30 kommunalen Verkehrsbetrieben seit dem frĂŒhen Dienstagmorgen vielerorts die Straßenbahnen und U-Bahnen in den Depots.

Nur ein kleiner Teil der Linienbusse fĂ€hrt erfahrungsgemĂ€ĂŸ in den Streikregionen, die von privaten Subunternehmen betrieben werden. Zu den Arbeitsniederlegungen am Dienstag und Mittwoch hat die Gewerkschaft Verdi NRW aufgerufen. Millionen FahrgĂ€ste sind davon im bevölkerungsreichsten Bundesland betroffen, die sich eine Alternative fĂŒr den Weg zur Arbeit oder zur Schule suchen mĂŒssen.

Der zweitĂ€gige Warnstreik habe planmĂ€ĂŸig mit dem zumeist zwischen 3 und 4 Uhr liegenden Schichtbeginn begonnen, sagte Dennis Kurz vom Verdi-Bezirk Ruhr-West am Dienstagmorgen der Deutschen Presse-Agentur. Die Streikbeteiligung der BeschĂ€ftigten sei erneut hoch. Das berichtete auch Sebastian Schnöpf, Verdi-Vertrauensmann bei den Kölner Verkehrs-Betrieben (KVB). Der zweitĂ€gige Warnstreik endet am Mittwochabend oder in der Nacht zu Donnerstag mit dem jeweiligen Schichtende.

Bestreikt werden am Dienstag und Mittwoch wieder nahezu alle großen Nahverkehrsbetriebe in NRW wie KVB (Köln), Rheinbahn (DĂŒsseldorf), DSW21 (Dortmund), die Stadtwerke MĂŒnster oder etwa moBiel (Bielefeld). Sie informieren im Internet und in ihren Apps. Eine große Ausnahme ist das Aachener Verkehrsunternehmen ASEAG, fĂŒr das ein Haustarifvertrag gilt. Auch einige andere Verkehrsbetriebe werden nicht bestreikt. Bisher gab es zwei eintĂ€gige Warnstreiks im Februar und einen zweitĂ€gigen Warnstreik Ende Februar/Anfang MĂ€rz.

Hintergrund des zweitĂ€gigen Warnstreiks in NRW sind die Tarifverhandlungen ĂŒber die Arbeitsbedingungen der etwa 30 000 BeschĂ€ftigten in den kommunalen Verkehrsbetrieben. Zwei Verhandlungsrunden waren ergebnislos geblieben. Verdi NRW fordert unter anderem zusĂ€tzliche freie Tage, um die BeschĂ€ftigten zu entlasten und die Berufe attraktiver zu gestalten. Es herrsche ein dramatischer ArbeitskrĂ€ftemangel. TĂ€glich fielen in allen Tarifbereichen Busse und Bahnen aus, weil es nicht genug Personal gebe

Der Arbeitgeberverband KAV NRW hat in dem Tarifkonflikt auf Landesebene auf einen engen Finanzspielraum und darauf verwiesen, dass die GehĂ€lter zum 1. MĂ€rz wie vor lĂ€ngerer Zeit vereinbart deutlich stiegen. ZusĂ€tzliche freie Tage wĂŒrden bei dem Fahrermangel dazu fĂŒhren, dass die dann noch vorhandenen Fahrer mehr belastet wĂŒrden. Der Verband zeigte sich optimistisch, in der dritten Verhandlungsrunde ein "Gesamtpaket" vereinbaren zu können. Die Tarifverhandlungen sollen am 11. und 12. MĂ€rz fortgesetzt werden.

Der Bahnverkehr mit den RE-, RB- und S-Bahn-Linien ist nicht von den Warnstreiks in den rund 30 kommunalen Verkehrsbetrieben von Nordrhein-Westfalen betroffen. Allerdings beginnt die LokfĂŒhrergewerkschaft GDL am Donnerstag um 2 Uhr im Personenverkehr der Deutschen Bahn einen 35-Stunden-Streik, der bis Freitag 13 Uhr reichen soll.

@ dpa.de