Trumps gibt erstes TV-Interview: 'Bin durch Hölle gegangen'
23.01.2025 - 06:26:34Interviewt wurde der Republikaner zwei Tage nach Amtsantritt von Sean Hannity, ein bekannter Moderater seines Haus- und Hofsenders Fox News. "PrĂ€sident Donald Trump ist nach vier langen Jahren wieder da, wo er hingehört. Er ist im Oval Office", kĂŒndigte dieser das Interview an, das in dem berĂŒhmten BĂŒro im WeiĂen Haus aufgezeichnet wurde. Es wirkte eher wie ein GesprĂ€ch unter Gleichgesinnten als ein Austausch zwischen einem neutralen Journalisten und einem US-PrĂ€sidenten.
Trump muss Begnadigung der Kapitol-StraftÀter erklÀren
Einzig bei Trumps Begnadigung aller StraftĂ€ter des Kapitol-Sturms hakte Hannity ansatzweise nach. "Die einzige Kritik (...), die ich gesehen habe, betrifft Menschen, die verurteilt wurden oder in VorfĂ€lle verwickelt waren, Polizisten angegriffen haben. Warum wurden sie begnadigt?", fragte er. Trump wiederholte seine LĂŒge vom Wahlbetrug und sagte, es sollte erlaubt sein, zu protestieren. Hannity entgegnete: "Sie sollten nicht in der Lage sein, ins Kapitol zu stĂŒrmen."
Trump sprach im Zusammenhang mit Angriffen auf Polizisten auch davon, dass es sich oft nur um "kleine VorfĂ€lle" gehandelt habe. Unter den nun Freigelassenen sind Leute, die damals brutal auf Polizisten und andere SicherheitskrĂ€fte einprĂŒgelten. Trumps rigorose Begnadigung von allen aberhunderten StraftĂ€tern vom 6. Januar 2021 ĂŒberraschte selbst Leute aus seinem Umfeld.
Trump kritisiert seinen VorgÀnger Biden
Trump warf seinem demokratischen VorgĂ€nger Joe Biden in dem Interview mehrfach Versagen vor und wollte Ermittlungen nicht ausschlieĂen - offen blieb allerdings, was er genau damit meinte und gegen wen diese sich richten sollten. "Ich bin vier Jahre lang durch die Hölle gegangen. Ich habe Millionen von Dollar an Anwaltskosten ausgegeben und gewonnen, aber ich habe es auf die harte Tour gemacht", sagte Trump mit Blick auf die Anklagen gegen ihn.
"Es ist wirklich schwer zu sagen, dass sie das nicht auch noch durchmachen sollten." Trump sagte weiter, dass Biden schlechte Berater habe. "Jemand hat Joe Biden geraten, alle auĂer sich selbst zu begnadigen." Biden hatte kurz vor seinem Abschied aus dem Amt mehrere Familienmitglieder und politische Gegner Trumps begnadigt.
Trump hat andere Medienstrategie als Biden
Das nun bei Fox News ausgestrahlte GesprĂ€ch ging rund 40 Minuten - es drehte sich hauptsĂ€chlich um innenpolitische Themen wie Migration oder die BrĂ€nde in Kalifornien. Der Sender kĂŒndigte einen zweiten Teil fĂŒr Donnerstagabend (Ortszeit) an. Trump genieĂt die Aufmerksamkeit - seit seinem Wiedereinzug ins WeiĂe Haus hat er neben dem Interview auch schon eine Pressekonferenz gegeben - und auch an anderer Stelle Fragen vor laufender Kamera beantwortet.
Damit ist er deutlich offener als sein VorgĂ€nger Biden, der wenige TV-Interviews gab. Diese waren auch viel kĂŒrzer. Zwar beantwortete der Demokrat oft bei Terminen einige Fragen der Presse - immer wieder leistete er sich dabei aber auch Patzer. Wirkliche Pressekonferenzen waren eine RaritĂ€t. Im Raum stand immer wieder der Vorwurf, auch seitens der Medien, dass Bidens Berater ihn abschirmten.

