GrĂŒnen-Innenpolitiker: Dobrindts Asyl-Fokus ist gefĂ€hrlich
14.08.2025 - 06:15:10"Der stĂ€ndige Fokus auf Migration und Asyl spielt vor allem der AfD in die Karten und die wahren Gefahren fĂŒr die Sicherheit im Land sind ein blinder Fleck in Dobrindts Politik", kritisiert der innenpolitische Sprecher der GrĂŒnen-Bundestagsfraktion, Marcel Emmerich.
Angesichts der zahlreichen ernsthaften Herausforderungen wie Rechtsextremismus, Islamismus, Spionage und Attacken auf die kritische Infrastruktur sei "Dobrindts eindimensionales VerstĂ€ndnis von Innenpolitik verantwortungslos fĂŒr die Sicherheit im Land".
Auch gegen Angriffe auf Frauen und queere Menschen sowie gegen rechtsextremistische, antisemitische und rassistische Gewalt habe der Minister bislang nichts unternommen, sagte der GrĂŒnen-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. Damit sich alle Menschen sicher fĂŒhlen könnten und die Demokratie wehrhafter werde, mĂŒsse Dobrindt seine Schwerpunkte so bald wie möglich neu setzen.
Mehr Bundespolizisten an den Grenzen
Dobrindt hatte nach seinem Amtsantritt im Mai angeordnet, die Grenzkontrollen zu intensivieren und auch Asylsuchende an den deutschen Landgrenzen zurĂŒckzuweisen - mit Ausnahme vulnerabler Gruppen wie Schwangere oder Kinder. In den ersten zwei Monaten gab es laut Bundesregierung rund 310 ZurĂŒckweisungen von Menschen, die ein Asylgesuch gegenĂŒber der Bundespolizei geĂ€uĂert hatten.
Anfang Juni erklĂ€rte das Berliner Verwaltungsgericht die ZurĂŒckweisung von drei Asylsuchenden aus Somalia in einem Eilverfahren fĂŒr rechtswidrig. Das Hauptverfahren steht noch aus. Dobrindt will nach eigenen Angaben an den ZurĂŒckweisungen bis auf weiteres festhalten und das Hauptverfahren abwarten. In anderen BundeslĂ€ndern beschĂ€ftigen sich Gerichte mit weiteren Klagen.
"FĂŒr all die Rechtswidrigkeit und Nutzlosigkeit an Deutschlands Grenzen werden Zehntausende Bundespolizistinnen und Bundespolizisten eingespannt, die an Bahnhöfen und FlughĂ€fen fehlen", beklagt Emmerich. Die Kontrollen seien teuer, unverhĂ€ltnismĂ€Ăig sowie eine Last fĂŒr Pendler, Urlauber, Polizisten und Unternehmen.

