Deutschland, Wohnen

Neue Wohnungen in leeren BĂŒros: Bund startet Förderprogramm

01.04.2026 - 13:00:04 | dpa.de

In vielen InnenstĂ€dten sind nicht mehr alle BĂŒros, KaufhĂ€user oder LĂ€den zu vermieten. Gleichzeitig herrscht Wohnungsnot. «Dieser Widerspruch beschĂ€ftigt mich», sagt die Bauministerin und reagiert.

Gleichzeitig gegen Leerstand und Wohnungsnot: Bauministerin Verena Hubertz legt ein neues Förderprogramm auf. (Archivbild) - Foto: Sebastian Christoph Gollnow/dpa

In BĂŒro- und GewerbegebĂ€uden sollen mit Förderung des Bundes neue Wohnungen entstehen. Bauministerin Verena Hubertz (SPD) startet dazu ab Juli das Programm «Gewerbe zu Wohnen» im Umfang von 300 Millionen Euro fĂŒr dieses Jahr. Je neuer Wohnung können Investoren bis zu 30.000 Euro Zuschuss bekommen, insgesamt bis zu 300.000 Euro pro Unternehmen. Das Geld muss nicht zurĂŒckgezahlt werden.

«In vielen StÀdten stehen GebÀude leer, wÀhrend gleichzeitig Wohnungen fehlen», erklÀrte Hubertz. «Dieser Widerspruch beschÀftigt mich. Und genau hier wollen wir ansetzen.» Das Programm verbinde drei Ziele: BekÀmpfung des Leerstands, Schaffung von Wohnraum und klimagerechte Sanierung. Jedes umgebaute GebÀude spare Ressourcen, betonte die SPD-Politikerin.

Potenzial fĂŒr Tausende Wohnungen

Experten schĂ€tzen, dass in leerstehenden BĂŒros Tausende Wohnungen in Metropolen entstehen könnten. Nach frĂŒheren Berechnungen des Immobilienspezialisten Jones Lang LaSalle (JLL) bieten allein ungenutzte BĂŒroflĂ€chen das Potenzial fĂŒr rund 11.000 Wohnungen in den sieben grĂ¶ĂŸten StĂ€dten. Das Ifo-Institut ging 2024 sogar von bis zu 60.000 möglichen Wohnungen in diesen GroßstĂ€dten aus - allerdings nur theoretisch.

Denn es gibt zahlreiche HĂŒrden. Das Ifo erklĂ€rte, in vielen FĂ€llen rechne sich der Umbau nicht, denn teils mĂŒssen die fĂŒr ganz andere Zwecke entworfenen FlĂ€chen sehr aufwendig und teuer umgebaut werden. Dazu kommt, dass die Baukosten in den vergangenen Jahren stark gestiegen sind. Zudem sind BĂŒrogebĂ€ude nicht immer auch attraktive Wohnorte, etwa, wenn die Anbindung an Schulen, Nahverkehr, KindergĂ€rten, GeschĂ€fte oder Parks fehlt. 

«Höchst attraktiv» 

Hubertz meinte jedoch: «Die Förderung ist fĂŒr Investoren höchst attraktiv und gleichzeitig ein kraftvoller Impuls, um Projekte zu starten, die unsere StĂ€dte nachhaltig verĂ€ndern.» Gefördert werden soll der Umbau von nicht zu Wohnzwecken genutzten, beheizten GebĂ€uden. Die Sanierung muss mindestens das energetische Niveau «Effizienzhaus 85 Erneuerbare Energien» erreichen. Ausnahmen gibt es fĂŒr Baudenkmale.

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